#52 Ulrich Hoffmann: Wer muss Wissenschaft eigentlich kommunizieren?

Shownotes

Wie wird aus komplexer Forschung eine Geschichte, die auch außerhalb des eigenen Fachgebiets verstanden wird? Und wer ist eigentlich dafür verantwortlich, diese Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu bauen?

In der zweiten Folge mit Ulrich Hoffmann geht es um Wissenschaftskommunikation – und um zwei Perspektiven, die bei ihm auf besondere Weise zusammenkommen. Seit vielen Jahren arbeitet Ulrich als Journalist und Autor. Heute promoviert er außerdem in Philosophie und hat am Graduiertenzentrum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel das Zertifikatsprogramm Wissenschaftskommunikation absolviert. Vieles von dem, was dort vermittelt wird, kannte er bereits aus seiner journalistischen Praxis. Gleichzeitig, erzählt er, habe ihm das Programm erstmals einen theoretischen Rahmen für Arbeitsweisen gegeben, die er zuvor vor allem intuitiv angewandt hatte. 

Gemeinsam sprechen wir darüber, was Wissenschaftskommunikation eigentlich ausmacht und wo sie beginnt. Muss jede*r Wissenschaftler*in die eigene Forschung selbst für eine breite Öffentlichkeit aufbereiten können? Oder braucht es gerade für diesen Transfer Menschen, deren Expertise in der Kommunikation liegt? Ulrich berichtet aus seiner journalistischen Arbeit mit Forschenden und davon, warum Verständlichkeit und wissenschaftliche Genauigkeit manchmal in einem Spannungsverhältnis stehen.

Dabei geht es auch um die Frage, was gute Wissenschaftskommunikation gesellschaftlich leisten kann. Wie schaffen wir Vertrauen in Wissenschaft, ohne ihre Unsicherheiten und offenen Fragen zu verschweigen? Welche Rolle spielt Medienkompetenz in einer digitalen Öffentlichkeit, in der wissenschaftlich fundierte Informationen neben Desinformation und ungeprüften Behauptungen stehen? Für Ulrich ist gerade diese Fähigkeit, Quellen und ihre Glaubwürdigkeit einordnen zu können, eng mit der Frage verbunden, wie Wissenschaftskommunikation zur Demokratieförderung beitragen kann. 

Außerdem erzählt Ulrich von seinen Erfahrungen im Zertifikatsprogramm Wissenschaftskommunikation: von Visual Science Communication über Slide Writing und Storytelling bis zu neuen Perspektiven auf das eigene Schreiben. Dabei zeigt sich, dass Weiterbildung nicht immer bedeutet, etwas vollkommen Neues zu lernen – sondern manchmal auch, Bekanntes neu zu verstehen, zu hinterfragen und bewusster einzusetzen. 

Eine Folge über Wissenschaft und Journalismus, verständliche Sprache, die Verantwortung guter Kommunikation – und darüber, warum Wissenschaftskommunikation vielleicht gerade dann besonders gut funktioniert, wenn Forschung und Kommunikation ihre jeweiligen Stärken zusammenbringen.

Shownotes: Wissenschaftskommunikation am Graduiertenzentrum: https://www.gz.uni-kiel.de/de/young-scientist-in-society/wissenschaftskommunikation https://bsky.app/profile/gcscicom.bsky.social

Zu Gast: Ulrich Hoffmann: https://ulrichhoffmann.de https://www.linkedin.com/in/ulrichhoffmann22391/

Philosophische Fakultät: https://www.uni-kiel.de/de/universitaet/einrichtungen-fakultaeten/fakultaeten-gemeinsame-einrichtungen/philosophische-fakultaet

FernUni Hagen: https://www.fernuni-hagen.de/?mtm_campaign=SNM_Brand_FernuniHagen&mtm_kwd=Brand%20Fernuni%20Hagen&mtm_source=Google%20Ads&mtm_medium=SEM&gad_source=1

Oxfam Deutschland: https://www.oxfam.de/spende?utm_wec=411590&gad_source=1&gad_campaignid=15353174068&gbraid=0AAAAADqtdLh1foidmZtnpLKTb3RygwYK_&gclid=CjwKCAjw4dDTBhAqEiwAkHYmSvRezYRIj2K2muHvsFEvp3aiJfUPSgDGxAp-BAkQMD8Sa9ehLBq9IhoCrcMQAvD_BwE

Leitlinien zur guten Wissenschaftskommunikation: https://www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/leitlinien-zur-guten-wissenschafts-pr/

Science Show: https://www.scienceshow.uni-kiel.de/de/herzlich-willkommen

Produktion: livin studios: https://livinstudios.de

Transkript anzeigen

00:00:30: Hallo und herzlich willkommen hier zu Let's Talk Science, zu unserer zweiten Folge mit dir.

00:00:38: Wir haben dich ja schon vor zwei Wochen kennengelernt.

00:00:41: Da hast du zu deiner Promotion berichtet.

00:00:43: Da haben wir uns über Philosophie unterhalten.

00:00:46: Heute geht es aber über Wissenschaftskommunikationen.

00:00:49: Und wer jetzt nicht weiß, wer Du bist?

00:00:52: Weil er erst heute eingeschaltet hat!

00:00:55: und quasi einfach nur die Expertise zur Wissenschaftskommunikation von dir hören wollte, würde ich vorschlagen, stelle dich doch noch mal kurz vor.

00:01:02: Wer bist du?

00:01:03: Und warum bist du hier zu Gast?

00:01:05: Hallo!

00:01:06: Ja hallo, Ulrich Hoffmann.

00:01:08: Ich bin von Haus aus Journalist.

00:01:10: also damit habe ich angefangen.

00:01:12: dann bin ich uns zwar schon in der Schulzeit als ich hab nie, ich habe schon geschrieben bevor ich wusste dass Journalist ein Beruf ist.

00:01:20: Ich hab gerne Abenteuer Romane gelesen und hab gedacht, ich würde gerne der sein, der diese Bücher macht.

00:01:28: Aber nicht realisiert, dass die geschrieben werden?

00:01:31: Also ... ich hatte gar keine Vorstellung von den Berufsbildern dazu.

00:01:35: Und bin dann in den Journalismus reingerutscht.

00:01:39: Plötzlich wurde ich bezahlt für etwas, was ich sowieso gerne mache.

00:01:43: Das bedeutet auch, ich hatte nie diese Phase, wo jemand sich überlegt, was will ich denn eigentlich werden?

00:01:49: Sondern war das immer schon!

00:01:52: Und dann wurde aus dem Journalismus, dann habe ich angefangen Bücher zu übersetzen.

00:01:58: Dann hab' ich angefang selber Bücher zuschreiben sowohl Belletristik als auch Sachbuch und hab drei Kinder bekommen.

00:02:07: oder also, das haben sie ja nicht selber bekommen aber ich habe drei Kinder und als meine jüngste Tochter zehn wurde da merkte ich dass im Leben so ein ganz klein bisschen Luft wieder ist.

00:02:22: Also ohne dass ich so richtig erklären könnte, warum habe ich gedacht, ah!

00:02:25: Ich könnte ja nochmal dieses Fädchen einer Ausbildung eines Studiums wieder aufnehmen.

00:02:30: Und hab also mit Mitte vierzig... Ich war einmal vorher kurz an der Uni, hab zwei Semester studiert und bin da gar nicht reingekommen, hab wie gesagt nebenbei schon gearbeitet, kriegte dann eine Redakteurstelle angeboten.

00:02:42: So, und dann habe ich also mit mitte vierzig diesen Faden noch mal aufgenommen, hab an der Fern-Uni Hagen Philosophie studiert.

00:02:48: Ich hab sehr, sehr lange gebraucht für meinen Bachelor.

00:02:54: Hab dann nicht langer gebracht wie den Master.

00:02:56: Insgesamt hat das alles zehn Jahre gedauert.

00:02:59: also mit einer ersten Hälfte meiner Fünfziger war ich dann fechter mit zwei und fünfzig drei und fünfzehn, weil ich dann fertig hatte ein Master in Philosophie.

00:03:07: Aber das war ja eigentlich ein Hobby Und mein Beruf war eben immer Journalismus oder Sachbuch und deswegen reden wir jetzt über Wissenschaftskommunikation.

00:03:19: Und zwar vor allem weil mir was ganz Wunderbares passiert ist, weil nämlich dann also wie wir ja inzwischen wissen arbeite ich an meiner Dissertationen und im Rahmen dieser Zusammenarbeit mit Anna Uniquil sagte dort einen Kommilitonin du weißt dass wir hier dieses graduierten Programm haben und da gibt es ein Zertifikatskurs Wissenschaftskommenikation.

00:03:41: werdet das nicht was für dich?

00:03:43: Und ich habe mir das angeguckt und hab gedacht, Hammer!

00:03:45: Wie toll ist das denn?

00:03:47: Und da habt ihr ihn gemacht.

00:03:48: Und findet es super.

00:03:52: Die eine Facette ist... Ich habe schon lange vorher Wissenschaftskommunikationen gemacht ganz viel.

00:03:57: Ich wusste das nur nicht, dass das so heißt.

00:04:00: Und die andere Facette isst, dass ich unglaublich viel gelernt habe in den Kursen Und für mich viel klarer definieren kann jetzt, was mache ich eigentlich und warum mache ich es?

00:04:11: Oder vielleicht auch eine Idee habe oder andere Ideen habe.

00:04:14: Was kann ich anbieten?

00:04:15: Deswegen sitzen wir heute hier.

00:04:17: Ja!

00:04:18: Jetzt hast du einiges schon erzählt, wo ich gleich nachhaken möchte.

00:04:21: Vielleicht erst mal für unsere Zuhörerinnen... die jetzt das erste Mal von dem Zertifikatsprogramm hören.

00:04:28: Das ist schon gesagt, es ist ein Angebot vom Graduiertenzentrum und innerhalb dieses Zertifikatsprogramms hat man eben die Möglichkeit zusätzlich zu seiner Promotion sich weiterzubilden im Bereich Wissenschaftskommunikation.

00:04:43: Wir kommen gleich noch mal ein bisschen mehr drauf, was jetzt konkret die Erweiterung ist, weil ich glaube die meisten in ihrer Promotion sind, die kennen natürlich die interne Wissenschaftskomunikations.

00:04:54: Also diese Kommunikation über ihre Forschung innerhalb ihres eigenen Fachbereichs mit Glück und Achonkrach vielleicht auch interdisziplinär – da wird es dann schon etwas schwieriger!

00:05:03: Oder eben, weil sie gesagt haben ich habe da Interesse dran.

00:05:07: Viele unserer Podcast-Gäste haben aber ähnlich wie du auch einfach intuitiv schon immer ein Tick lieber oder mehr kommuniziert in die Gesellschaft hinaus also externe Wissenschaftskommunikation betrieben.

00:05:21: und dann kann man quasi innerhalb dieses Zertifikatsprogramms wo ich immer sage Hut ab dass das viele neben ihrer Promotion noch machen.

00:05:29: kein Geheimnis ist, dass man durchaus ein wenig Zeit dafür investieren muss und das nicht viele über ihre Promotionsstelle irgendwie mit abgedeckt bekommen.

00:05:41: Aber man kann eben von den Grundlagen also was ist Wissenschaftskommunikation überhaupt?

00:05:45: bis hin zu verschiedenen dann schon ja man könnte sagen so Feintuning-Kursen mal reinschnuppern oder sich eben richtig Ich würde sagen, ausbilden lassen.

00:05:59: Also viele die wir hier im Podcast inzwischen zu Gast hatten haben tatsächlich durch dieses Zertifikatsprogramm auch gesagt ich kann mir vorstellen nach meiner Promotion sogar im Bereich Wissenschaftskommunikation beruflich tätig zu sein.

00:06:14: Das heißt für alle, die jetzt begeistert sind und die sagen das könnte was für mich sein.

00:06:19: Ich pack das natürlich immer in die Show-Notes und guckt euch das gerne an!

00:06:23: Ihr könnt sowohl schauen was für Kurse es gibt also vom Wissenschaftskommunikationsblock schreiben über Wissenschaftskomunikation kleine Videos für YouTube machen über ich glaube eines der bekanntesten Formate Teil des Science-Show werden ist wirklich vieles dabei.

00:06:41: Das gibt es selbst für Studierende, also auch da über das Zentrum für Schlüsselqualifikation kann man theoretisch schon mal rein schnuppern.

00:06:48: Das ist aber deutlich eine deutlich abgespeckte Form dessen.

00:06:54: Jetzt hattest du es schon erwähnt und das finde ich gleich die erste Kontroverse im Podcast Dass du sagst.

00:07:00: eigentlich habe ich das schon immer irgendwo mit getan.

00:07:03: mir war das nur nicht so richtig bewusst dass das auch Wissenschaftskommunikation ist.

00:07:07: Ich weiß als wir hiermit dem podcast gestartet haben war ich vorab in einer Gesprächsrunde verschiedener WissenschaftskommunikatorInnen, könnte man sagen.

00:07:20: Und da gab es ziemlich unterschiedliche Definitionen von was ist Wissenschaftskomunikation und was nicht?

00:07:26: Die einen Personen waren so das sie gesagt haben also alles aus dem akademischen Umfeld oder aus der Forschung direkt hinaus, also Paper wissenschaftliche Journals.

00:07:39: Meine Dwegen auch noch die Hochschulkommunikation in der etwas breitere Gesellschaft.

00:07:43: Das ist Wissenschaftskommunikation aber das können eigentlich nur WissenschaftlerInnen oder Bindeglieder machen.

00:07:54: Aber zum Beispiel der Schulunterricht.

00:07:57: Das is keine Wissenschaftskomunikatur.

00:07:59: und dann entfachte da eine große Diskussion weil Und auch hier im Podcast stellen wir das immer wieder fest, es gibt nicht so richtig die eine Definition.

00:08:08: Viele sagen alleine Wissensvermittlung kann Wissenschaftskommunikation sein und da jetzt zu sagen, hier fangen wir an und da hören wir auf – das geht gar nicht so einfach!

00:08:21: Deshalb würde mich natürlich interessieren, vor allen Dingen mit deiner beruflichen Expertise Wie definierst du Wissenschaftskommunikation?

00:08:30: Wo würdest du sagen, da hatte ich aber nun mal schon Berührungspunkte damit.

00:08:34: Und wie hat sich vielleicht der Blick nochmal geschärft oder vielleicht auch verändert durch das Zertifikatsprogramm?

00:08:40: Ich glaube, ich bin da sehr pragmatisch.

00:08:42: Alles wo Wissenschaft drin ist und wo kommuniziert wird wäre für mich Wissenschaftskombination.

00:08:51: also das heißt Wenn ich einen Roman schreibe, dann wird er im Regelfall keine Wissenschaftskommunikation enthalten.

00:08:58: Es sei denn – ich habe zum Beispiel ein Wissenschaftler als Person oder so was das kann man ja gibt es auch!

00:09:05: Also es gibt jetzt ganz viele Romane.

00:09:09: in den letzten zehn Jahren würde ich denken wo es auch Learnings gibt.

00:09:14: Eine Frage der Chemie

00:09:15: Ja, genau.

00:09:16: Oder damals der Schwarm oder Blackout oder so... Also da wäre ich ein bisschen vorsichtig vielleicht, da sind dann vielleicht nur Teile davon Wissenschaftskommunikationen.

00:09:27: Aber als ich zurückgedacht habe, was war meine erste Berührung?

00:09:33: Dann war es glaube ich Als damals die Fraktale aufkam, war ich mal beteiligt an einem Videobeitrag oder Fernsehbeitrag wahrscheinlich wo einen Bremer Mathematik-Professor anhand von Nichtblumenkohl.

00:09:50: Es gibt diesen grünen Blumenkroll mit so spitzen Dingern dran, aber mit Blumenkröll würde es auch gehen.

00:09:57: Diese Röschen?

00:09:58: Ja

00:09:58: genau.

00:10:01: Und das liegt neben dem Blumenkohl und hat ein bisschen Zacken nach außen.

00:10:05: Das ist noch ein bisschen fraktaliger, die wollte der jedenfalls haben.

00:10:09: Dann kam er mit zehn von diesen Kohlköpfen und flückte er dann immer auseinander und erklärte Fraktale.

00:10:17: Es musste mehrfach gedreht werden damit man alles gut passte.

00:10:21: Aber sozusagen ein komplexes damals neues mathematisches Konzept.

00:10:27: Ein Muster wiederholt sich im ... im Großen nach Außen hin und im Kleinen, innen hin an einem Kohlkopf zu erklären.

00:10:38: Das ist für mich so richtig klassische Wissenschaftskommunikationen eigentlich die Sendung mit der Maus oder Quarks dann nach oben hin verlängert.

00:10:46: Und dann gibt es natürlich im Journalismus unheimlich viele Mischformen.

00:10:50: also ganz häufig gibt's ein mehr- oder weniger freischrebend geschriebener Artikel oder ein Essay Was weiß ich?

00:10:59: Eine Fotostrecke, eine Modestrecke oder so.

00:11:01: Und dann braucht man aber plötzlich noch einen Experten der sagt warum kommt jetzt eigentlich die Mode der neunziger Jahre zurück?

00:11:08: und da kann man dann ein Mode-Experten nehmen also jemand der das selber betreibt oder man kann eben jemanden neben von der Uni dass es immer nahe liegt und das ist auch schon wieder Wissenschaftskommunikation.

00:11:21: Ja absolut Ich glaube das ist so ein bisschen Das Ding, das wie du es schon auch selbst beschrieben hast.

00:11:28: Man manchmal vielleicht Sachen in meinem Fall würde ich jetzt Konsumiere sagen also sich Sachen wie die Sendung mit der Maus als Kind konsumiert habe ohne jetzt bewusst zu wissen ach dass ist eigentlich schon Wissenschaftskommunikation.

00:11:43: Und ich weiß nicht, ob man sagt... ...man differenziert zwischen Wissensvermittlung und Wissenschaftskommunikation.

00:11:49: Ich finde an sich die These gar nicht mal so schlecht zu sagen.

00:11:51: Man guckt sich an wer kommuniziert und vielleicht auch mit was für einem Recherche oder Wissendspool hinten dran.

00:11:59: Also da machen wir gleich die zweite Kontroverse auf.

00:12:02: Natürlich kann gerade in dem Zeitalter der Digitalisierung sich jede Person hinstellen und sagen,... ..."Ich betreibe Wissenschaftskommenikation".

00:12:10: Da ist es durchaus nicht irrelevant, gucken, wer macht das denn eigentlich?

00:12:15: Und welche Expertise bringt diese Person mit?

00:12:18: und gibt es dazu eine Quellenlage was da kommuniziert wird?

00:12:21: oder ist es einfach mal so gemacht.

00:12:24: Also ich glaube gerade auf Social Media geht das immer schneller dass sich Sachen und Informationen dann natürlich auch irgendwo verselbstständigen und da gar nicht so ein Kontrollmechanismus ist wie man es vielleicht hat wenn man jetzt die Sendung mit der Maus schaut wo man ganz genau weiß, da sitzt ein großer Bildungsauftrag ja auch dahinter, der in irgendeiner Form ja auch geleistet werden muss.

00:12:46: Aber ich glaube das ist was viele gar nicht unbedingt so auf dem Schirm haben dass Wissenschaftskommunikation dann doch schon in vielen Punkten etabliert ist und etabliers war.

00:12:58: Ich selbst sage nämlich immer ich glaube Corona war so ein... wake-up call im Bereich Wissenschaftskommunikation, wie wichtig das eigentlich ist und wie viel mehr man eigentlich noch tun muss.

00:13:10: Auch da habe ich schon Gegenstimmen gehört die gesagt haben nein es gab's auch schon vorher genauso viel.

00:13:16: Ich stehe da immer noch hinter meiner These.

00:13:18: Ich hab das Gefühl dass das danach in Förderanträgen sehr viel Aufschwung erhalten hat, dass zumindest die Vielfalt der Formate Ansprache deutlich breiter aufgestellt worden sind.

00:13:32: Worauf ich eigentlich hinaus wollte ist, dass man sich mal anguckt... Braucht es nicht vielleicht niedrigschwellige Erstformate, wenn ich den Anspruch habe mit meiner Wissenschaftskommunikation wirklich extern kommunizieren zu wollen?

00:13:46: Also ich glaube das ist so ein bisschen.

00:13:48: was hält sich da die Waage.

00:13:49: Kann ich's mir leisten nur Journal und Paperveröffentlichung als Wissenschaftskombination höchster Qualität zu formulieren oder muss ich das Ganze nicht breiter denken?

00:13:59: weil ich weiß nicht wie du das erlebt hast.

00:14:01: Ich weiß auch nicht inwieweit Du Berührungspunkte da vielleicht an durch deine Promotion auch schon bekommen hast, aber wir haben ja im Podcast immer wieder auch die Problematik.

00:14:10: Dass Leute sagen Ja ich weiß Wissenschaftskommunikation bedeutet auch im externen Bereich Ich muss das etwas runterbrechen.

00:14:19: Dann gehen aber eventuell Informationen auf der Strecke nicht unbedingt verloren.

00:14:23: Aber sie können eher verfremdet werden oder anders wahrgenommen interpretiert werden und das hat ein hohes Risiko.

00:14:30: Deshalb möchte ich gar keine externe Wissenschaftskommunikation betreiben, das ist mir zu risikoreich.

00:14:37: Wie siehst du das?

00:14:38: Ich wollte gerne ganz schnell sagen zur Wissensvermittlung.

00:14:42: also meine Annahme wäre wissen.

00:14:46: wenn es wirklich wissen ist und nicht nur ein.

00:14:48: ich bin der Meinung dann müsste es doch eigentlich zurückzuführen sein auf wissenschaft die davor liegt.

00:14:55: also wissen müsste doch eigentlich das ergebnis sein von wissenschaft.

00:15:00: insofern müsste doch jede Wissensvermittlung logischerweise auch eine Wissenschaftskommunikation sein, zwangsläufig.

00:15:09: Und ich frage mich gerade so ist es so oder nicht?

00:15:11: und mein inneres Beispiel ist... Ich bin am anderen Ende Yoga- und Meditationslehrer und habe ein mehrere Bücher über Meditation geschrieben, eins in dem es wirklich um die Wissenschaft geht.

00:15:25: da gibt's ja viel Forschung aber auch ein Anleitungsbuch.

00:15:29: In dem Anleitungsbuch steckt natürlich jetzt ein gewisses Wissen, dass ich habe das andere Leute haben, was sich zusammengetragen habe.

00:15:38: Trotzdem kommuniziert es nicht die Wissenschaft über die Meditation.

00:15:45: Also ich schwanke da gerade so.

00:15:47: aber wenn wir über Schulbücher reden dann würde ich ja also gehe ich davon aus Regelfall annehmen kann, dass die Inhalte wissenschaftlich geprüft sind oder auf wissenschaftliche erarbeitete Inhalten zurückgreifen.

00:16:02: Und dann würde ich schon sagen, das ist Wissenschaftskommunikation ganz klar für

00:16:08: mich.

00:16:10: So und jetzt habe ich leider den hinteren Teil einer Frage

00:16:14: vergessen um da kurz anzuknüpfen Ich glaube viele unterscheiden so ein bisschen in Tatsächliche Forschung, die unmittelbar quasi jetzt gerade passiert in ihrer Komplexität und ich glaube wenn wir über den Schulunterricht sprechen dann sind das ja quasi erst.

00:16:32: Bausteine, die quasi beigebracht und vermittelt werden.

00:16:37: Und im Idealfall entstehen dadurch erste Forschungsthesen-Forschungsfragen weil die jungen Menschen ja ohnehin die W-Fragen noch so sehr in sich tragen.

00:16:48: Man kann ein wissenschaftliches Arbeiten auf jeden Fall eine gewisse wissenschaftliche Denkweise Kultur vielleicht schon in der Schule sozusagen mit mit auf den Weg geben.

00:17:00: Aber ich glaube, da sind viele so sehr ... dass sie sagen, nee das ist noch nicht richtig Wissenschaftskommunikation.

00:17:09: Ich sehe es aber genauso wie du, dass in Kiel beispielsweise ja auch das IPN zu Hause ist und im IPN wird quasi Tagesaktuell zur Dedaktik im Mintbereich geforscht.

00:17:23: Also es wird dazu geforsht, welche Methoden, welche Themen kann ich wie am besten Kindern und Jugendlichen vermitteln?

00:17:32: Und das ist für mich quasi ja auch... also für mich ist es, ich will nicht sagen wie so eine Art Beweis.

00:17:38: aber das bedeutet ja selbst der Schulunterricht und die Vermittlung an sich, die dahinter steckt zusätzlich zum Fachlichen ist ja Teil einer Forschung und wird im Idealfall dann auch angenommen, aktualisiert.

00:17:51: Schulpläne passen sich demnach an so dass ja Forschung tagesaktuell wahrscheinlich das eine steile These in unserem Bildungssystem aber mehr oder weniger ja auch wirklich aktualisiert wird aufgrund von Forschungslage.

00:18:08: also ich sehe das im Lehrunterricht Ich glaube ich habe einen Blick für beide Thesen kann es sehr gut nachvollziehen.

00:18:15: Jetzt müssen wir mal gucken, wo ich quasi abgebogen bin.

00:18:18: Aber ich erinnere mich wieder!

00:18:21: Du hattest noch Corona?

00:18:22: Also sozusagen dass diese Diskussion losging und tatsächlich war das für mich auch ein wichtiger Moment weil für mich vorher noch nicht so klar war und ich glaube das ist tatsächlich eine echte Unterscheidung zwischen irgendwelchen Sphären zumindest Wissenschaft, Wissenschaft also an den Universitäten in den Forschungsinstituten und so weiter.

00:18:49: Dass da vollkommen selbstverständlich ist zu sagen jede Aussage ist immer unter dem Vorbehalt dass es auch ganz anders sein kann Und alles wird aber auch begleitet von der Aussage weitere Forschung ist nötig.

00:19:03: Also Aus Sicht von Laien ist alles immer irgendwie ein bisschen wischy.

00:19:07: washy Ist das denn nun so oder nicht?

00:19:09: Haben wir denn nun Schwerkraft oder nicht?

00:19:11: warum ist da jetzt weitere Forschungen nötige?

00:19:13: so Das, also sozusagen das mal.

00:19:16: Dass sich mal jemand irrt?

00:19:18: Okay, das war für mich auch vorhergegeben.

00:19:21: aber dass es so richtige Turns geben kann in manchen Wissenschaften vielleicht mehr als in anderen aber eigentlich doch in vielen Wissenschaften wo sich mächtig was dreht und man einfach sagt oh das ist eine ganz neue Facette die hat mir vorher gar nicht.

00:19:37: oder ne es ist doch nicht so wie wir zwanzig Jahre geglaubt haben.

00:19:42: Das habe ich so vorher nicht auf dem Schirm gehabt.

00:19:45: Und ich glaube, dass das und also sozusagen dieses Mitdenken dieses Faktors unterscheidet vielleicht ein bisschen die Wissenschaftlerinnen und diejenigen, die auf dem Tod im Fall sozusagen ein bisschen weiter unten sind.

00:20:00: wenn ich einen Schulbuch über Biologie schreibe dann kann ich da nicht überall reinschreiben dies und das ist so und so und stehen die Kinder aber vielleicht auch nicht weitere Forschungsnötig?

00:20:12: Ja, absolut.

00:20:13: Jetzt komme ich aber zu dem Gedanken an dem ich quasi war dass viele selbst in der Wissenschaft darüber nachdenken in wie weit können sie externe Wissenschaftskommunikation überhaupt machen?

00:20:24: Also es gibt viele Punkte.

00:20:26: Es gibt Leute die sagen Ich habe einfach nicht die zeitlichen Kapazitäten das auch noch zu leisten.

00:20:31: Es gibt leute die sagen um ehrlich zu sein werden wir hier gar nicht ausgebildet auf dem Level auch Kommunikations zu betreiben.

00:20:38: Aber gefühlt ist es jetzt seit gestern eine Anforderung, dass ich das auch mitkönnen muss.

00:20:47: Wie?

00:20:47: Und dann gibt es eben Leute die sagen Ich mache mich damit angreifbar weil um überhaupt extern kommunizieren zu können muss sich eben diese Komplexe Forschung so runterbrechen, das möchte ich gar nicht erst machen.

00:21:00: Ich möchte mir nicht vorwerfen lassen.

00:21:02: Ich hätte die und die und diese Information weggelassen und nur das vermittelt.

00:21:07: also lasse ich es gleich ganz

00:21:08: bleiben.".

00:21:09: Und ich glaube dass ist was was total nachvollziehbar isst und auf der anderen Seite ja aber auch den Diskurs unheimlich hemmt.

00:21:21: Hast du da irgendwas wo du sagst Kann man den Leuten an die Hand geben oder hat dir geholfen, sich davon zu lösen?

00:21:29: Immer alles perfekt und richtig kommunizieren zu müssen.

00:21:33: Und kann man das überhaupt?

00:21:35: Ich hatte meine Chefredakteurin, die hat gesagt, Perfekt ist nur Gott!

00:21:39: Das fand ich sehr entlastend.

00:21:41: Ja...

00:21:41: Die meinte das stilistisch weil im Journalismus Wahnsinnig Gerle steht, dass graue Kissen passt perfekt auf die rote Couch.

00:21:49: Da satz' sie da immer sehr genervt, weil es so ein blau-blau ist Aber der Satz insgesamt ist sehr hilfreich, finde ich.

00:21:57: Ich glaube oder meine Erfahrung ist das es ganz wenige Menschen gibt weltweit die tatsächlich beides können richtig substanzielle Forschung auf höchstem Niveau, die auch von den PS anerkannt wird

00:22:15: und

00:22:16: Kommunikation für wirklich breite Allgemeinheit, die tatsächlich verständlich ist und nicht nur im Schrank landet.

00:22:26: Also das halte ich für selten seltene Ausnahmen.

00:22:30: Im Regelfall Gehe ich davon aus und finde auch vollkommen okay wenn man eine Stärke hat in dem einen oder in einem anderen Bereich.

00:22:40: also Ich habe Als ich mich als ich überlegt habe noch mal zu studieren hab ich einmal in meiner alten weil ich Die Sachen anerkennen lassen wollte die ich vorher studiert hatte.

00:22:51: Und fand ich dann alte Unterlagenunterstand immer drin, also mit jeder einzelnen Arbeit bei jedem einzelnen Vortrag habe ich Abzüge bekommen für Unwissenschaftlichkeit.

00:23:05: Also der im Grunde war es schon damals als ich mit nineteen zwanzig an der Uni war so dass mein Vortag oder meine Hausarbeit oder was immer es ... sich gut las oder anhörte, aber... nicht so richtig wissenschaftlich war und klang.

00:23:23: Ja!

00:23:24: Und so ging das auch weiter.

00:23:25: Also ich hab durch das ganze Studium dann als Erwachsener... ...durch diese Abzüge bekommen.

00:23:32: Irgendwann habe ich gedacht naja und andererseits ist es ja für mich ein dritter Schlag zu sagen Ich kann das wissenschaftliche Gut genug dass ich bei euch mitspielen darf Obwohl es mir nicht leicht fällt und obwohl zwanzig Jahre Berufserfahrung, was anderes gemacht habe.

00:23:51: Und ich glaube sozusagen das geht in beide Richtungen.

00:23:53: wenn jemand zwanzich Jahre Paper schreibt dann kann man den nicht einen Manuskript für sagen wir mal die Sendung mit der Maus schreiben lassen.

00:24:05: woher soll man denn das können?

00:24:07: So eine Person kann aber super ein Experte sein für solche Sendung entweder als jemanden, der die Informationen gibt und prüft.

00:24:16: Dann habe ich das sozusagen richtig weiterverarbeitet oder den man vielleicht auch zitieren kann.

00:24:21: Manche Leute zum Beispiel sind tolle Experten aber man kann sie nicht zitieren Und das ist in Ordnung.

00:24:27: Ich hab schon wirklich wirklich klasse Geschichten geschrieben wo nur indirekt zitiert wird.

00:24:33: Das finde ich nicht schlimm.

00:24:36: Dafür bin ich ja dann auch da.

00:24:38: Es ist ja auch eine steile These dass in all unseren Wissenschaftlerinnen, exzellente KommunikationsexpertInnen sitzen.

00:24:47: Die dann noch im Idealfall Zielgruppen übergreifend, Plattform überschneidend alles irgendwo stemmen können.

00:24:55: also da würde ich sagen das schafft schon fast eine Person die ExpertInn im Bereich Kommunikation ist gar nicht weil es einfach unheimlich komplex ist.

00:25:05: Und trotzdem glaube ich, dass die Anforderungen mehr und mehr dahin gehen werden.

00:25:10: Dass auch aus der Wissenschaft selbst deutlich breiter kommuniziert werden soll ob das nun in die Industrie ist wenn man sich den Mindbereich anguckt in die Politik ist weil man sagt man braucht irgendwie mehr Bewusstsein Man braucht mehr Fördergelder in die Gesellschaft ist Weil man sagt, man möchte sie deutlich mehr mit einbeziehen demokratiebildende Maßnahmen ergreifen und Wissenschaftskommunikation hat dadurch aus das Potenzial, gerade wenn es vielleicht auch um Methoden geht die man in die Gesellschaft kommunizieren möchte.

00:25:41: mehr Transparenz da irgendwo auch zeigen.

00:25:44: Und ich frag mich selbst manchmal, wie soll das gestemmt werden?

00:25:47: Weil es kann nicht durch beispielsweise mehr Geld gestempt werden was es nicht gibt de facto und es kann auch nicht einfach mal mehr Zeit geschaffen werden, da die Leute ja eigentlich Vollzeit forschen und schon da ja unheimlich viel organisatorisches noch irgendwie drum herum machen müssen.

00:26:03: ganz viele hier in ihrer Promotion berichten davon dass sie den Lehrstuhl noch mit unterstützen eben entweder Studierende unterrichten oder irgendwelche Veranstaltungen mit organisieren, oder dies oder jenes oder was auch immer und gefühlt ein Bruchteil davon Zeit mit ihrer Promotion verbringen.

00:26:21: Und zusätzlich muss es glaube ich erst mal eine Art Ökosystem geben.

00:26:27: Eben genau dessen was du jetzt hier gemacht hast um da vielleicht den Bogen dann erstmal wieder zu schließen nämlich der Möglichkeiten Tools für Wissenschaftskommunikation überhaupt zu erhalten.

00:26:40: Also ich glaube, das ist auch was... Das finde ich eine ganz besondere Erkenntnis.

00:26:45: wenn man sagt Ich kann das noch gar nicht.

00:26:48: Egal wie alt und egal wie renomiert ein Forscher einen Forscherin sein mag Es ist glaube ich in einer sehr weise Erkenntnissen zu sagen.

00:26:56: intern Kann ich das vielleicht auf höchstem Niveau.

00:27:00: extern bräuchte ich mal den ein oder anderen Tipp, den einen oder anderen Ratschlag und um ehrlich zu sein brauche hier in meinem Team eine Person die uns das vielleicht erstmal beibringt.

00:27:09: Wie können wir überhaupt starten?

00:27:11: Von daher erzähl mal wie deine Erfahrungen im Zertifikatsprogramm waren.

00:27:17: womit hast du angefangen?

00:27:19: wo hattest du so deine Schwerpunkte?

00:27:20: was hat dich am Angebot des Zertifikatsprogramms gereizt?

00:27:27: Also ganz kurz noch vorweg, weil ich das wirklich wichtig finde.

00:27:33: Es ist natürlich notwendig dass Forschung nach außen kommuniziert wird denn sonst wäre sie ja sinnlos.

00:27:40: also wenn jemand etwas herausfindet und das wird gar nicht kommuniziert dann wär es ja nutzlos und verloren.

00:27:51: aber an sich gibt es ja diesen Weg.

00:27:53: also theoretisch könnte man ja sagen die Forschung mit den Papers oder in wissenschaftlichen Outlets aller Art veröffentlicht und von da kann man ja eine Brücke schlagen über verschiedene Berufe in die Öffentlichkeit.

00:28:07: Ich habe das zum Beispiel jetzt angefangen, dass ich zu bestimmten Themenfeldern, die mich interessieren, die Paper abonniert habe, da warte ich dann durch zweihundert Paper, von denen ich oft gar nichts verstehe... Und dann kommt plötzlich eins, wo ich denke, oh was ist das?

00:28:24: Was ist

00:28:24: das?!

00:28:24: Und dann ziehe ich an den Fädchen irgendwo einen Experten sonst wo auf der Welt oder ein Expertin, die kein anderer journalistischer Kollege bisher auf dem Schirm hat und kann eine schöne Geschichte anbieten zu einem Thema das wissenschaftlicher Sicht natürlich schon dreieinhalb Jahre alt ist.

00:28:42: Weil alles dauert aber die in der Öffentlichkeit noch gar nicht stattfindet.

00:28:48: Ich glaube es wird auch mehr und mehr kommen dass Kolleginnen von mir das auch so machen.

00:28:53: also insofern ich finde das wichtig aber ich finde nicht unbedingt zwingend Forschen, denen das selber macht.

00:28:59: Ich glaube es sind beide Stellen wichtig.

00:29:01: also ich glaube je mehr man im Kontakt mit Expertinnen aus der Forschung ist desto mehr wird man feststellen, dass es tatsächlich eine große Hürde ist die eigene Fachsprache überhaupt erstmal ablegen zu können.

00:29:16: und selbst wenn die Expertinnen ihre Forschung runterbrechen sind sie teilweise wirklich sehr in ihrem Fachbereich.

00:29:24: Ich will das ja gefangen also auch die aller jüngsten Doktorandinnen hier sagen.

00:29:33: Es war für Sie besonders schwer im Zertifikatsprogramm beispielsweise zu verstehen, dass das was sie sagen und wie sie es erklären niemand versteht.

00:29:43: Und dass Sie überhaupt selbst erst mal darüber nachdenken mussten, wie würde ich es denn... Wie kann ich's überhaupt anders formulieren?

00:29:48: Was sind vielleicht andere Begriffe oder Umschreibungen für vielleicht exakt diese extrem komplexe Ergebnis?

00:29:57: Kette von, was weiß ich?

00:29:59: Kam erst in dieses Gerät rein.

00:30:01: Dann passiert dieser und dieser Effekt – das versteht aber nun mal niemand!

00:30:04: Ich glaube deshalb ist es auf der einen Seite wichtig immer mehr zu erleben und zu erfahren auch im externen Kommunikationskontext wie eine Forschung dementsprechend aufbereitet werden sollte.

00:30:18: Und ich glaube auch wieder an die Innenwirkungen, dass es superbefruchtend sein kann wenn jetzt ein Mindbereich würde mir schnell einfallen, jemand aus den Materialwissenschaften schafft es mit der Medizin zu sprechen.

00:30:32: Elektrotechnik kommt noch hinzu und schon haben wir vielleicht drei neue biomedizinische Projekte weil sie überhaupt miteinander verständlich gesprochen haben.

00:30:42: das brauchen wir.

00:30:43: oh das können wir doch schon längst machen.

00:30:45: da passiert gerade unheimlich viel und genau.

00:30:47: ich sehe es aber auch so dass natürlich auf der Seite der Kommunikation die größte Expertise da ist und da Leute durchaus sagen können, hey uns gibt es auch.

00:30:59: Wir fuchsen uns da rein wir haben da Lust drauf und wir sind erstmal eine Schnittstelle.

00:31:05: Wir können den Transfer hin sozusagen in die Gesellschaft minimum mit begleiten oder vielleicht sogar in Zukunft da deutlich enger an euch dran sein.

00:31:15: das ist ja jetzt noch sehr sehr getrennt.

00:31:18: Das ist ja auch das, was du beschreibst.

00:31:20: Du findest ein Thema spannend?

00:31:22: Dann kontaktierst du die Expertinnen.

00:31:25: aber vielleicht schafft man es in Zukunft tatsächlich wirklich so einen Hand-in-Hand hinzubekommen dass die Seite der Kommunikation und die Seite des Forschung schon in ihren externen Kommunikationsansätzen gemeinschaftlich denken und gemeinschaftliche Zusammenarbeiten.

00:31:42: mal gucken wo das hingehen würde

00:31:45: Das versuchen ja manche Presseabteilungen von Universitäten auch schon.

00:31:49: Ja, also ich glaube das ist auch eine gute Richtung.

00:31:53: die hilft mir ja sozusagen als einzelnen Freiberuflein nicht weiter.

00:31:56: Das mit den Papers ist für mich gut weil es mir ein Themenangebot verschafft dass jemand anders noch nicht hat.

00:32:05: Deine Idee ist sozusagen von der anderen Seite gedacht und natürlich super.

00:32:11: was ich gemerkt habe in in den letzten Jahren ist, also ich schreibe gerne und viel über Wissenschaftsthemen die nicht in meinem Bereich sind.

00:32:21: Also ich schreib viel über Mindthemen.

00:32:24: Ich hab

00:32:25: zu tun mit Medizin, mit Ingenieurswissenschaften, Physikern, Physikerinnen... Und was dann ganz häufig passiert ist dass das... Also erst mal hat es einen Unterschied gegeben.

00:32:42: bevor studiert habe, hab ich auch mit genau derselben Art Mensch zu tun gehabt und es war immer in Ordnung seit ich irgendwo den Satz einfließen kann.

00:32:55: Ich hab dann auch Philosophie studiert.

00:32:58: also ich hab eine Studienabschluss auf Augenhöhe mit dem Studienabschluß meines Gegenübers der aus einem vollkommen einfaches und trotzdem nehmen die mich ernster Und das kann man jetzt gut finden oder blöd finden.

00:33:14: Ich habe es aber deutlich gemerkt und gleichzeitig gibt mir das oft die Chance zu sagen, ich hab sozusagen eine grobe Vorstellung von dem System in dem du dich bewegst – Universität, Forschung, Förderanträge – diese ganze Geschichte!

00:33:31: Und gleichzeitig sind wir hier überhaupt nicht in einem Wettpinkeln über das fachliche, weil Nader null, gar nichts verstehe von deinem Bereich.

00:33:41: Den musst du mir wirklich jetzt... Also ich stelle jetzt lauter dumme Fragen und ich bin sozusagen berechtigt diese Fragen zu stellen weil weil ich das ja nicht wissen kann.

00:33:54: Und was dann häufig passiert ist dass ich meinen ersten Textentwurf schreibe und bin kein großer Fan von Autorisierung.

00:34:02: Ich bin aber ein großer fan von Gegenlesen.

00:34:05: Das klappt mit manchen Menschen besser und mit manchen Menschen schlechter.

00:34:10: Ich versuch das auch im Vorfeld schon sehr anzumoderieren, dass ich sage es geht nicht darum, dass sich ihnen den Text schicke und sie denen dann umschreiben sollen Das... Dann könnten Sie ihn ja gleich selber schreiben.

00:34:22: Es geht darum, daß ich vermeiden möchte, dass da Fehler drin sind weil ich irgendwas nicht verstanden habe Weil mein Beispiel vielleicht kein gutes Beispiel ist oder so.

00:34:30: also ich hatte einen Falsch mit einer Biochemikerin die einfach satte Nee, das so ist es gar nicht wie du das aufgeschrieben hast.

00:34:39: Also die Reaktion war einfach anders.

00:34:41: Das Ergebnis war... also ich hatte sozusagen verstanden A führt zu B aber wie beschrieben habe dass A zu B führt war einfach sachlich falsch.

00:34:48: Gut, muss also korrigiert werden.

00:34:50: Was aber häufig passiert an dieser Stelle ist, dass dann Menschen sagen Ja, das ist alles ganz schön.

00:34:56: Ich verstehe auch warum das so einfach geschrieben ist.

00:35:00: Können wir in der Mitte diese drei Absätze aus meinem Paper einfügen?

00:35:05: Und die Antwort ist natürlich immer nein.

00:35:09: Und seit ich diesen Kurs gemacht habe, und das war einer der Gründe, warum ich den machen wollte, kann ich aber viel besser und auch viel sanfter begründen.

00:35:19: Warum können wir jetzt... Warum kann ein Artikel, der irgendwo online sich an... Also der ja auch eingespielt wird zwischen irgendwelchen Meldungen über Helene Fischer und den Bundeskanzler?

00:35:35: zu einem Drittel aus dem Paper bestehen.

00:35:39: Aber wie schmerzhaft das ist für mein Gegenüber und wie schwierig, das habe ich erst jetzt verstanden durch diesen Kurs.

00:35:48: also ich bin in diese Kurse immer wieder auch reingegangen mit dem Wunsch... Also den hab' ich auch formuliert dort Und die waren sehr großherzig damit zu sagen Ich möchte gerne ein besseres Gefühl, also ich sitze sozusagen alleine als Journalist oder zwei in einer Gruppe von zehn Wissenschaftlerinnen-Wissenschaftlern, die sowas noch nie oder nur sehr selten gemacht haben.

00:36:21: Und ich möchte so gerne eure Gefühle besser verstehen und fühlen und die Not und die Unsicherheit

00:36:29: usw.,

00:36:29: weil ich dann mit den nächsten WissenschaftlerInnen, denen ich begegnen kann, besser arbeiten

00:36:34: kann.".

00:36:36: Ich glaube, da sprichst du was total Komplexes an.

00:36:41: Das einfach in diesem Hochschulkontext aber dominiert und das ist natürlich irgendwo dieser massive Erfolgsdruck.

00:36:51: Also Wissenschaftskommunikation aus der Hochschule heraus ist häufig an den wissenschaftlichen Erfolg geknüpft.

00:37:03: Gegenstimmen, die sagen wir müssen auch aktiver kommunizieren.

00:37:06: Dass selbst wenn ich irgendwann den Erfolg habe ja ganz viel das hat nicht funktioniert.

00:37:14: und dass hat nicht funktioniert.

00:37:15: Teil dessen ist weil das Teil der Forschung ist.

00:37:17: also Forschung entsteht weil da ungelöste Fragen im Raum stehen.

00:37:23: aber trotzdem ist erstmal der reine Erfolg eine Kommunikation wert.

00:37:28: Ich mache das ganz stark in Anführungsstrichen Und dann natürlich immer auch irgendwo mit dem Druck der Konkurrenz links und rechts neben mir.

00:37:37: Es gibt Fachbereiche, da forschen weltweit mehrere Teams zu einem und denselben Thema.

00:37:42: Da kommt es tatsächlich auf Tage, Wochen, Monate an.

00:37:46: welches Team ist er nun wie wann schneller?

00:37:50: Ich glaube, da ist noch sehr viel dieses sich selbst auch darüber definieren und über die Paper.

00:38:01: Ich weiß nicht, ob sie selbst als Seriosität aber auf jeden Fall in dieser Expertise sozusagen als Seriosität unterstreichen würden.

00:38:11: Und vielleicht ist da manchmal die Angst größer dass wenn das runtergebrochen wird und die Komplexität vielleicht etwas reduziert wird – ich verschwindet ja teilweise gar nicht sondern sie wird erst mal nur reduziert – genau so toll und groß klingt, weil die Leute, die es lesen sich nicht denken.

00:38:33: Wow!

00:38:34: Versteh' ich gar nich'.

00:38:37: Und ich glaube das ist eigentlich was man hoffentlich ganz schnell ablegen kann, weil... Ich glaub den größten Erfolg habe ich mit meiner Forschung wenn ich schaffe dass andere es verstehen und dann ja glaube ich viel mehr nach und nach verstehen können warum es so wichtig ist das vielleicht auch dazu geforscht wird und dazu.

00:39:01: Ich glaube, dass es noch sehr langer Weg ist, weil so momentan Forschung noch stark funktioniert nach diesem Leistungsansatz und das auch international betrachtet.

00:39:14: Wenn man über Leistungen in der Gesellschaft spricht, ist Deutschland natürlich ohnehin weit vorne.

00:39:18: aber ich glaube in der akademischen Welt kann man das wahrscheinlich sogar weltweit.

00:39:24: erst mal für allgemein an, ohne da jetzt in ein größeres Fettnäpfchen zu treten.

00:39:30: Dass es sehr viel über eben Erfolgsgeschichten definiert

00:39:35: ist.".

00:39:36: Ich glaube das ganz vielen wissenschaftlichen Bereichen hier auch so ist dass wenn du in der Wissenschaftssprache bleibst Du selber ganz gut beurteilt kannst, ist das richtig oder falsch?

00:39:50: In dem Moment wo man Sachen in Gleichnisse fast oder in Beispiele, oder auch nur in Anwendungen.

00:40:01: Dann kann das richtig sein muss aber nicht richtig sein dann kann auch jemand um die Ecke kommen und das Miss verstehen Und das wird einem ja im wissenschaftlichen Betrieb sehr ausgetrieben.

00:40:14: also es geht natürlich ganz viel um Unmissverständlichkeit.

00:40:19: Das ist ja erstmal auch sinnvoll.

00:40:22: Ich schicke einen Text raus in die Welt Das heißt, es gibt keine Tonalität.

00:40:27: Es gibt keinen Mimic.

00:40:30: Du kannst mich nicht fragen!

00:40:31: Ich kann dir nichts erklären... Also ich muss ja wollen dass dieser Text möglichst eindeutig und unmissverständlich ist.

00:40:39: Und dann kommt jemand wie ich und sagt Ja aber lasst uns noch mal drei schmissige Zeilen schreiben die das so ganz grob oder damals mit den Fraktalen wo wir ja.

00:40:50: also damit jemand sich das anguckt muss ich ja irgendwie erklären Warum sind denn jetzt Fraktale gut?

00:40:57: Also entweder diesen Spannend oder den Begegnest du, also ich muss mich aber auf eine.

00:41:01: Ich kann nicht sagen mathematisch ein interessantes Phänomen Da geht's schon los.

00:41:07: dass es einfach aus Sicht der Forschenden riskant

00:41:13: ist ja Stimmt schon.

00:41:15: auf der anderen Seite wenn das mir gelingt ist zu kommunizieren schaffe ich dann natürlich auch wieder nachwuchs davon zu begeistern selbst vielleicht den Weg der Forschung zu beschreiten.

00:41:27: oder wenn ich, das meinte ich ja vorhin.

00:41:29: Ich finde den Gedanken immer spannender mehr Transparenz fürs Forschen zu schaffen weil ich glaube dass... Ich hatte letztes Jahr in einem anderen Podcast vier Abiturigentinnen sitzen die gesagt haben Ja wir verstehen es eigentlich gar nicht als Kind kommt man doch quasi wissbegierig auf die Welt hinterfragt doch alles.

00:41:52: Warum ist das so?

00:41:53: Warum ist der Himmel blau, Mama oder wie auch immer?

00:41:56: und in der Schule ist dann vielleicht nicht unbedingt immer der Raum dafür da dass diese Art von Wissbegierigkeit bleibt.

00:42:04: aber Eigentlich ist das ja dann wieder der Grundstein, der beim Forschen ganz wichtig ist zu sagen.

00:42:09: Warum hat das jetzt?

00:42:10: Warum ist es so und so oder wie so?

00:42:13: hat XY das zu der Zeit geschrieben?

00:42:16: mit welcher Intention?

00:42:17: Das gucke ich mir noch mal an.

00:42:18: was hatte das für Auswirkungen auf die Gesellschaft drum herum beispielsweise?

00:42:22: Und was können wir eventuell aus dieser Erfahrung auf die heutige Zeit beziehen also diese ganzen W-Fragen eben.

00:42:29: Ich glaube irgendwie war das für mich an der Stelle Super erhellend, weil ich dachte genau das ist es ja an sich.

00:42:36: Wir wollen ja dass unsere Gesellschaft das deutlich mehr macht und im Zeitalter der Digitalisierung wo wir eigentlich mit massiven Informationen überflutet sind und werden weiterhin und wahrscheinlich nur noch massiver wäre das doch ein total toller Anreiz zu sagen wir schaffen mehr Transparenz fürs wissenschaftliche Denken in der Gesellschaft großartigen, bunten Palette von vorhandener Forschung und Themenbedien anhand dessen wir es eben in die Gesellschaft tragen können.

00:43:07: Und wer weiß?

00:43:08: Vielleicht hat das im Idealfall einen demokratiebildenden Ansatz oder Stärkenden vielleicht auf der einen Seite und kann da wirklich was bewegen.

00:43:20: Also ich glaube tatsächlich daran dass das ein Weg sein könnte.

00:43:24: über die Wissenschaftskommunikation

00:43:25: Das glaube ich auch, das Risiko der Sache ist natürlich dass man... Dass wir immer wieder erklären die Welt ist halt kompliziert.

00:43:33: Und je komplizierter die Welt wird desto mehr Sehne auch ich nicht danach, dass sie verdammt nochmal einfach wäre.

00:43:42: Weil ich mich dann entspannen könnte weil ich dann wüsste wo oben und unten ist, weil ich da nicht nachdenken müsste über alles möglich hier, weil dann auch das Ergebnis nicht unsicher wäre.

00:43:52: Ich geb dir insofern eindeutig recht Weil ich glaube, die Welt ist in genau einem Zustand.

00:43:58: Sie ist irgendwie ... Wir wissen es manchmal und manchmal wissen wir's nicht!

00:44:02: Aber... Ich glaube das sich nicht, dass wir nicht in unendlich vielen Welten gleichzeitig leben oder dass Sachen ungeklärt sind oder so.

00:44:15: Deswegen glaube ich, dass eine wissenschaftliche Herangehensweise an Dinge fast immer hilfreich ist.

00:44:21: selbst wenn ich Mit einem Ergebnis zum Beispiel, nicht übereinstimme kann ich mich ja daran reiben oder dann wird für mich vielleicht klarer warum?

00:44:30: Warum passt mir das jetzt nicht oder warum finde ich das nicht oder so?

00:44:34: aber das ist ja alles auch sehr sehr mühsam.

00:44:37: und den Menschen jetzt zuzumuten dass sie sich in jedem Bereich also Physik und Wirtschaftswissenschaften und Literaturwissenschaften Und Sociologie und Politik immer mit der komplexen weitere Forschung ist nötig weltbeschäftigen Kann ich auch verstehen, dass das nicht alle wollen?

00:44:56: Das glaube ich auch.

00:44:56: Aber ich glaube gar nicht, dass es notwendig ist so wie es nicht notwendig isstes du und ich in allen Fachbereichen promovieren Sondern dass Menschen irgendwo ja ihre eigenen Talente ohnehin schon mitbringen.

00:45:11: Und ich Gut Ich selbst komme aus der Kommunikation.

00:45:14: Deshalb kann ich sofort da eine Anwendung sehen wenn ich jetzt eben sage Nach der Schule beispielsweise, ich war eine Person.

00:45:23: Alles was meine Lehrkräfte mir gesagt haben das war für mich sozusagen ... das A und O, das habe ich geglaubt.

00:45:28: Also erst als ich auf acht Schulen war und festgestellt habe wie merkwürdig unterschiedlich der Lehrplan vielleicht im einen Bundesland zum anderen Bundesland ist und dann kommen auch noch individuelle Bewertungskataloge dazu, habe ich irgendwann vielleicht in Frage gestellt warum das so ist.

00:45:43: aber die tatsächliche Quellenkritik, die habe ich immer im Studium erlernt nämlich genau dass zu sagen, da sind Menschen die kommunizieren in unterschiedlichen Medien und warum machen Menschen das?

00:46:03: Zu welcher Zeit mit welchen Informationen.

00:46:06: Das heißt natürlich für mich in der Kommunikationswelt, in der ich mich aufhalte kann ich meiner Meinung nach total gut methodische herangehensweisen aus der wissenschaftlichen welt adaptieren ohne sie verfremden zu müssen die mir im alltäglichen leben tatsächlich weiter helfen können.

00:46:26: um

00:46:27: eine gewisse orientierung zu bekommen und ich sehe das genauso wie du bevor ich studiert habe hätte ich das nicht getan.

00:46:34: und ich glaube auch nicht dass menschen einfach per se diese dinge können müssen oder können weil ihnen gefühlt da das Know-how auch einfach fehlt, Aufklärung, Sensibilisierung.

00:46:48: Deshalb glaube ich – jetzt kann man wahrscheinlich nicht sagen wir müssen alle unsere wissenschaftlichen Themen in die breite Gesellschaft tragen und dann sind wir alle Minivissenschaftlerinnen.

00:46:58: aber ich glaube eben dass das Denken was in der Forschung verankert ist durchaus das Potenzial hat der Gesellschaft auch.

00:47:08: Du beschreibst es an sich schon gut?

00:47:09: Ich glaube es kann sowohl halt als auch Verunsicherung bieten natürlich, klar.

00:47:15: Es bietet nicht allen Menschen halt wenn man weiß es gibt Nicht nur den und den fahrt sondern dazwischen.

00:47:22: als scheidungskind weiß ich es gibt nicht nur weiß und schwarz sondern grau eigentlich dazWischen Und ich liebe graue muss ich gestehen.

00:47:29: aber Natürlich ist grau auch nicht immer das was einem in dem moment Halt gibt.

00:47:34: dass man vielleicht in der die entsprechenden lebensphase dann wo man nach man sich sehnt Ja, ist wahrscheinlich sehr individuell.

00:47:43: Ich glaube du hast gerade noch was ganz Wichtiges angesprochen.

00:47:47: also ich denke zwei Dinge wären wirklich wünschenswert.

00:47:51: das eine ist mehr Vertrauen in Wissenschaft zu erzeugen ist das falsche Wort.

00:48:00: Also ein vertrauen in wissenschaft plausibel zu machen Das war ja etwas was sich in Corona gezeigt hat dass es zumindest Kreise gibt oder Blasen die sozusagen dieser ganzen Welt nicht mehr glauben.

00:48:15: Genauso wie wir ja ein Problem damit haben, dass das Vertrauen in Politik abgenommen hat oder in die Politiker.

00:48:22: und wenn es gelänge Menschen das Gefühl zu geben da wo's angemessen ist... Da sind wir dran!

00:48:35: Das ist in Ordnung, da musst du dir keine Gedanken... kümmert sich jemand rum?

00:48:39: Das

00:48:40: wäre glaube ich schon schön und hilfreich und entlasten Und was dazu, glaube ich, beitragen kann ist und das halte ich für fast wichtiger als Wissenschaftskommunikation ist Medienkompetenz.

00:48:51: Also ich glaube... ...und da meine ich wirklich so vielen Menschen wie möglich nahezu bringen, wo kommen Nachrichten überhaupt her?

00:49:04: Welchen kann man glauben?

00:49:05: Woran erkenne ich?

00:49:06: dass dieser ganze Alldass, was einmal auf den sozialen Medien in den Schoß fällt, das rezipiert Man ja als normaler Mensch, ich auch.

00:49:15: Wenn es mir da entgegenströmt erst mal alles gleich!

00:49:19: Das ist aber nicht alles gleich.

00:49:20: Da ist manchens deutlich glaubwürdiger als anderes.

00:49:23: und daran zu arbeiten... ...und das ist dann natürlich auch wieder eine Wissenschaftskommunikation,... ...das ist glaube ich im Sinne der Demokratieförderung, der wichtigere Punkt, der auch schneller passieren

00:49:36: muss.".

00:49:37: Ja, total.

00:49:38: Ich sehe das auch als so eine Art Kreislauf.

00:49:40: also ich glaube aus der Wissenschaftskommunikation selbst kann man glaube ich einen relativ großen Bestandteil dazu beitragen.

00:49:49: dann sehe ich das aber ähnlich wie du.

00:49:50: Medienkompetenz ist dann eigentlich noch mal was davon beeinen oder davon mit gepflegt sein kann aber losgelöst sein muss.

00:49:59: und wenn das wiederum funktioniert irgendwann schließt sich der Kreis wider.

00:50:05: sehr organisches Konstrukt, glaube ich sein.

00:50:08: Wovon alle Seiten von profitieren können.

00:50:12: Zurück zu deinem Zertifikatsprogramm!

00:50:15: Du hast ja schon gesagt was du mitgenommen hast?

00:50:18: Was für dich total wertvoll war.

00:50:22: Vielleicht magst du uns eben nochmal sagen... ...was hast du sozusagen für Kurse besucht die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?

00:50:29: vielleicht erzählst auch warum gerade die vielleicht besonders in erinnerungen geblieben sind.

00:50:34: und was ist vielleicht was, das steht noch so ein bisschen auf meiner To-do.

00:50:39: oder wenn du jetzt retroperspektiv drauf guckst.

00:50:44: Das hättest du gerne noch mehr gemacht?

00:50:47: Oder das fehlte noch?

00:50:51: Wenn du es nochmal machen könntest, dann würdest du an der Stelle nochmal genauer gucken.

00:50:55: Vielleicht gibt's das auch gar nicht!

00:50:57: Ja also ich war wirklich sehr zufrieden.

00:51:00: Ich hab mir eine kleine Liste mit den Kursen gemacht damit ich keinen vergesse.

00:51:07: Was sich ganz zum Schluss gemerkt habe, war... Ich hab mich immer gefragt warum finde ich diese Kurse eigentlich so gut?

00:51:15: Und ich glaube das hat für mich zwei Faktoren.

00:51:17: der eine ist, ich sitze da nicht zwischen freien Journalisten mittleren Alters die leider Also ich liebe Journalismus, aber es ist kein problemfreies Feld.

00:51:31: Das ist schon korrekt.

00:51:32: Aber das heißt wenn wir zehn Journalistinnen und Journalisten in einen Raum sperren dann sind die sehr schnell damit beschäftigt zu sagen früher war alles besser und das Geld reicht auch nicht was Korrekt ist... ...aber auch deprimierend.

00:51:47: Wenn ich in den Kursen für ein Doktorand hinsitze Dann sind da junge Menschen ihre Zukunft noch vor sich haben und die was wollen vom Leben.

00:51:58: Und die sicherlich in vielen Fällen sehr, sehr desillusioniert sind darüber wie diese Zukunft aussehen kann.

00:52:09: also wenn wir zehn Journalistinnen und Journalisten in einem Raum haben dann sind da sicher zwei oder drei dabei die denken ach diese Klimakrise wird nicht so schlimm das glaube ich wird mir an der CAU nicht passieren.

00:52:23: aber trotzdem ist es eine ganz tolle Umgebung mit Menschen zu tun haben, die eben mehr nach vorne gucken als nach hinten.

00:52:33: Das hat mir große Freude gemacht.

00:52:34: was hat mit den Kursen erstmal nichts zu tun hat aber sozusagen mit dem Umfeld.

00:52:42: und an den Kurzen war so toll dass sie sind halt akademisch.

00:52:47: das klingt jetzt so tof weil klar das sind ja unikurse logisch sind die akademische.

00:52:52: Aber die anderen Fortbildungen für Journalisten sind im Regelfall eben nicht akademisch.

00:52:56: Die kommen im Regelfall aus der Praxis, was nicht falsch ist.

00:53:01: aber Praxis kenne ich ja schon.

00:53:04: und nochmal den... Ich habe bei Journalismus nie gelernt.

00:53:09: also ich hab es nur in der Praxis gelernt Und noch mal den theoretischen oder überhaupt sozusagen erstmals den theoretische Überbau für irgendwas zu bekommen.

00:53:18: Also ich habe zum Beispiel jetzt in einem Kurs gelernt Ein populär wissenschaftlichen Artikel, das war der Kurs.

00:53:28: Brauche ich einen Einstieg?

00:53:29: Das wird im Regelfall ein szenischer Einstiege sein.

00:53:31: Das weiß ich natürlich im Schlaf und dann weiß ich... Ich habe die Mitte vom Text, da kommt halt der ganze langweilige Kram hin Und dann hab' ich am Schluss im Idealfall eine Brücke zum Anfang.

00:53:42: Das wusste ich alles so!

00:53:44: Jetzt brauche ich aber von diesem Anfang dem Szenischen-Einstieg... ...ich hab es immer genannt Eine Brücke in den Text.

00:53:52: Also ich wusste muss sozusagen ein, zwei, drei Sätze da schreiben und dann geht der richtige Text erst los.

00:53:58: Und in dem Framework das da vorgestellt wurde ist es ein Portal.

00:54:03: Das ist das Portal zum Text und dieses Portal ist in einer bestimmten Weise definiert und da kann man bestimmte Elemente die man im Vorfeld beim Strukturieren des Textes schon erarbeitet hat, dann verwenden.

00:54:16: Ich kann da nämlich zum Beispiel reinschreiben warum ist dieses Thema wichtig?

00:54:22: Und ich saß damit offen Mund und habe mich so gefreut, weil etwas was sich gefühlt schon hatte plötzlich in einen klaren Rahmen gepackt wurde.

00:54:31: Das ist mir ganz rückblickend.

00:54:33: viel passiert in diesen Kursen das Dinge nochmal in klare Rahmen gesteckt wurden oder dass eine Forschungsbegründung gab für irgendetwas die manchmal empirisch war und nicht.

00:54:48: aber Das hat mir sehr geholfen und das hat mir viel Freude gemacht, weil das ist noch mal was anderes als wenn jemand sagt, ja, das mache ich halt seit dreißig Jahren so.

00:54:58: Das machen wir immer in jeder Redaktion überall.

00:55:01: Ja gut!

00:55:03: Das kann ich sehr gut verstehen.

00:55:08: irgendwo frustrierend, wenn das sozusagen das Tutschlagargument für alles ist.

00:55:13: Also ich glaube was ich auf jeden Fall nachempfinden kann... Ich habe sowohl das Studium so empfunden als auch der Spirit der Doktorandinnen die in diesen Kursen sitzen.

00:55:25: Ich hab das Gefühl es ist ein Rahmen wo Unfassbar viel Intimität entsteht dadurch, dass man einander extrem schätzt.

00:55:36: Also das was vielleicht einige leider in der Schulzeit erleben mussten, sich melden und etwas sagen – dann ist es doch nicht!

00:55:43: Sich sehr unangenehm anfühlt.

00:55:46: Das gibt es gefühlt innerhalb dieser Kurse nicht wirklich weil jeder Redebeitrag einen gewissen Wert darstellt.

00:55:57: In der Gesamtdiskussion oder in der Gesamterkundung des Themas und jede Person, egal mit welchen vielleicht Unsicherheiten zu einem Thema oder mit welchem Know-how vielleicht auch schon zum Thema da reinkommen alle haben irgendwie miteinander total besonderen Umgang und ich glaube in diesem Zertifikatsprogramm unter anderem auch, weil es so eine bunte Mischung an Personen ist.

00:56:25: Also ob das jetzt der Altersdurchschnitt ist oder eben auch einfach die unterschiedlichen Fachbereiche dadurch dass es grundsätzlich Doktorandinnen der CAU sind.

00:56:36: Sind das alle möglichen Menschen?

00:56:38: die unterschiedlich forschen, die zu unterschiedlichsten Themen arbeiten.

00:56:43: Die in anderen Bereichen sind.

00:56:45: manche Forschen beispielsweise nur an internationalen Teams sprechen vielleicht auch nur Englisch in ihrer Forschungszeit und ich glaube das macht den Einstieg so vulnerabel und das gemeinschaftlich im Kurs zu überwinden schafft eine unheimlich wertschätzende Kultur innerhalb der Kurse, indem ihr dann verschiedene Themen eben erlernt oder erkundet.

00:57:08: Und ich glaube, das ist ein durchaus seltenes Momentum, wo ich wenig, wenig Orte kenne, wo man es noch so erlebt und es ist auch was, was ich extrem geschätzt habe jetzt nicht per Seeuni aber zumindest in diesen Kursen, was man da erleben durfte.

00:57:30: Ja ja, für mich war das wirklich ein großes Geschenk!

00:57:33: Für mich war tatsächlich auch darüber hinaus ein großes Geschenk.

00:57:39: So spät im Leben diese Uni wählt, für mich zu entdecken und das Ergebnis ist tatsächlich etwas ganz Verrücktes.

00:57:46: wenn ich in einer fremden Stadt bin und weiß jetzt nicht so richtig muss irgendwie was essen und dann noch zwei Stunden arbeiten oder so da wäre man ja welcher früher zur Starbucks gegangen oder zu McDonalds weil gutes WLAN!

00:58:02: Und jetzt gehe ich an die Uni.

00:58:06: In den verrücktesten Städten war ich inzwischen an den Unis und es da was, in der Mensa.

00:58:10: Was nicht immer gut ist aber immer lustig Und sitze zwischen einfach an irgendeinem Tisch zwischen irgendwelchen Studenten.

00:58:18: Ich such auch gar kein Gespräch oder so.

00:58:21: Aber ich habe gemerkt ich fühle mich in dieser Welt Wohl und ich scheine dann niemand zu stören Auch wenn ich in einer völlig fremden Stadt An eine völlig fremen Fakultät einfach so rumsitze.

00:58:33: Wow Also, dass auch das ist ein großes Geschenk.

00:58:39: Was jetzt mit Wissenschaftskommunikation nichts

00:58:41: zu tun hat.

00:58:41: Wobei dir die wahrscheinlich da sogar dann helfen würde wenn du in den Austausch gehst.

00:58:47: Wenn du machst kann ich mal zu dem ... also wie gesagt, ich habe den Basic-Kurs natürlich gemacht sonst... würde ich ja keinen Abschluss

00:58:56: zertifikatieren.

00:58:56: Genau, der ist Grundvoraussetzung?

00:58:58: Ja genau und den habe ich aber aus organisatorischen Gründen als fast letzten Kurs gemacht.

00:59:04: insofern war das so ein bisschen... Ich glaube der hätte mir mehr.

00:59:08: also viele Inhalte des Basic-Kurses hatte ich dann schon in den erweiterten Kursen gehabt.

00:59:13: Das hat ihn nicht schlechter gemacht Aber didaktisch wäre es natürlich andersrum sinnvoller gewesen.

00:59:18: Also als Empfehlung?

00:59:19: Genau ging halt nicht anders.

00:59:22: Ich war happy, dass es so ging und ich war sehr happy.

00:59:26: Am Anfang war der Basic-Kurs so, dass er so und zu viel, also weiß ich nicht, acht Termine immer zwei Stunden abends oder sowas.

00:59:36: Und das ist natürlich ... weil ich aus Hamburg komme, wäre das ja aufwendig gewesen.

00:59:39: Dann gab's einen, der war zwei oder drei Tage am Stück.

00:59:43: Auch das war für mich ein großes Geschenk, da kann ich hin, dann machen wir das am Stück.

00:59:49: Und also das lief einfach super, den fand ich gut.

00:59:52: Danach habe ich gemacht als allererstes, glaube ich, Visual Science Communication.

01:00:01: der hat für mich persönlich wenig ausgetragen weil ich nur Text liefere.

01:00:09: er war aber deswegen sehr hilfreich weil er mir einen besseren Blick ermöglicht hat auf die Notwendigkeit und die Nützlichkeit visueller Darstellungen.

01:00:19: Und zumindest denke ich das jetzt ein bisschen mehr mit und gebe manchmal noch so einen Input und sage, man könnte das doch so illustrieren.

01:00:27: oder gibt es ja zu einem Bild, dass vielleicht dies zeigt und nicht das zeigt.

01:00:31: Also ich komme ganz stark aus dem Text und das hat sich da aufgebrochen für mich.

01:00:38: Was ich nicht gemacht habe waren die ganzen Kurse Video, TikTok, Instagram... weder Interesse, noch Lust, noch Affinität, noch Talent.

01:00:50: Und dann hab ich gedacht, nee das ist also nö.

01:00:56: Das war sozusagen der, der am weiteste aus meiner Komfortzone raus war.

01:01:00: und wie gesagt obwohl ich das jetzt nicht konkret anwende und wir haben ja wirklich geübt da so Dudels zu machen und eigene Illustrationen zu erstellen gibt es mir doch ein paar Ideen manchmal.

01:01:11: Dann mach' ich in einem Slide Writing Course.

01:01:14: Den fand ich super, weil der einfach ein ganz strenges Framework gibt um Ideen zu präsentieren.

01:01:21: Das nutze ich gar nicht unbedingt nur für Slides also das werde ich jetzt sicher benutzen für die Verteidigung aber überhaupt hat mir das geholfen.

01:01:29: Ich komme sehr aus dem Schreiben und wenig aus den Gliedern merke ich, ich habe aber etwas vor mir.

01:01:37: Da wäre das gut wenn ich das gliedere und dann hole ich dieses Slide Writing Geschichte hervor.

01:01:41: Und da mache ich halt Slides die ich nie brauchen werde.

01:01:43: Die sind einfach meine Zwischenüberschriften.

01:01:46: Dann war ich in Defending with Confidence.

01:01:49: Das war super weil es sozusagen die versprachliche Vermündlichung meiner Sachen zum ersten Mal eigentlich für mich thematisiert hat.

01:02:01: Ich hab darüber vorher nicht wirklich nachgedacht.

01:02:03: dass ist jetzt ich rede nicht ungern.

01:02:05: Ich habe gedacht, das wird schon da.

01:02:07: Wir reden da halt ein bisschen darüber was ich geschrieben habe dort und aber dass das noch mal eine andere Geschichte ist so ne Verteidigung.

01:02:16: und Aber generell das Was in diesem Thema In diesen was in diesem Kurs sehr stark gemacht wurde war Dinge persönlich zu machen.

01:02:26: Und Das ist etwas was sich seit dem Versuche sowohl in meiner in meinem eigenen wissenschaftlichen schreiben also den originären Texten, aber auch in dem Schreiben über andere.

01:02:40: Also wenn ich... ...über ein Forschungsergebnis berichte dann versuche ich auch irgendwie so ein persönliches Nugget über irgendwelchen oder irgendwas da reinzukriegen.

01:02:51: Irgendwas was schiefgegangen ist, irgendwas biografisches, was dazu beigetragen hat, irgendwie so.

01:02:56: Das habe ich mitgenommen aus diesem Kurs.

01:03:00: Dann war ich im Storytelling.

01:03:03: Da geht es auch Also einerseits um das Persönlicher werden.

01:03:08: Storytelling, das klingt jetzt so ein bisschen doof.

01:03:11: aber also eine Geschichte braucht halt einen Anfang einem Mitte und ein Ende und dann gibt es verschiedene und verschiedenste Tools dafür zum Teil sehr komplexe Und ich fand gut dass die da...und das ist eben wieder das Akademische.

01:03:26: Da werden einfach auch mal sieben Tools vorgestellt.

01:03:29: So und dann arbeiten wir nur mit einem.

01:03:30: Aber du weißt es gibt die anderen auch Und manche sind halt groß und manche so klein.

01:03:35: Das waren zum Beispiel Sachen, die ich alle schon kannte.

01:03:38: Trotzdem ist es gut, die nochmal zu wiederholen.

01:03:41: Es ist wahnsinnig hilfreich mit anderen Leuten im Raum zu sitzen, die vielleicht so noch nicht kennen!

01:03:47: Weil... Dann kann ich auch mal versuchen was zu erklären.

01:03:51: Mal war das richtig und mal war das falsch.

01:03:54: Aber dann konnte ich mir das auch nochmal besser aneignen.

01:03:56: Und rausgegangen aus dem Storytelling-Kurs bin ich damit zu sagen Ja doch dass die Szene, irgendwie was Szenisches zu finden und zwar notfalls auch konstruiert.

01:04:08: Also ich hab danach zwei Texte geschrieben wo ich das direkt angewendet habe.

01:04:14: Das waren halt Forschungen zu denen gab es keine Szenen.

01:04:17: Und dann hab' ich halt fiktive Szenarios als Einstiege gewählt Was etwas ist, wo ich vorher gesagt habe Fiktiv.

01:04:23: was soll denn der Mist?

01:04:24: Verschwende ich zehn Zeilen dafür etwas zu beschreiben was nicht so is und was nicht in der Forschung vorkommt.

01:04:31: aber Es hilft mir, die Story zu... Also in dem konkreten Fall finde ich half ist die story zu erfassen.

01:04:37: Worüber reden wir hier eigentlich?

01:04:41: Und also da kann Ich ganz klar sagen das hat mein schreiben verändert und dass werde ich auch nie wieder nicht Denken können.

01:04:49: ja einfach ein weiterer fehl den ich jetzt im köcher habe.

01:04:54: Und der letzte kurs wie gesagt war wie schreibe ich populär wissenschaftliche artikel?

01:04:58: Da war ich da war ich hab ich wirklich größten Respekt vor der Dozentin, weil die ja damit umgehen musste dass ich in diesen Kurs komme und sage habe ich schon gemacht.

01:05:10: Also genau das tue ich ja seit langer Zeit populär wissenschaftliche Artikel schreiben und das hätte für sie sehr schnell den Eindruck ergeben können ich will jetzt hier die Stunden absitzen und ihr eigentlich die Butter vom Brot nehmen was sich nicht wollte.

01:05:25: aber das muss mir auch jemand glauben und es hat sie und das war toll.

01:05:32: Und da kommt die Geschichte ja mit dem Portal, das habe ich eben schon erzählt.

01:05:37: Da ist auch noch was anderes passiert und es zeigt im Grunde dieses Vulnerable, was du gesagt hast.

01:05:43: also wir sollten jeder anhand eines Beispiels ein Thema skizzieren erstmal nur kurz zu dem wir uns vorstellen könnten einen populär wissenschaftlichen Artikel zu schreiben.

01:05:58: Mein Thema war, es gibt so zwei zwei große philosophische Denkrichtungen.

01:06:05: Die eine ist der Utilitarismus, also alles wird gemessen an seiner Nützlichkeit und man kann alles miteinander verrechnen.

01:06:12: Also wenn ... Der Klassiker darf ich ein Flugzeug abschießen?

01:06:17: Wenn Terroristen es in einen Stadion steuern wollen und im Stadions sind in die Tausendeute, im Flugzeug sind hundert Leute, dann würden Utiliteristen sofort sagen Na klar!

01:06:25: Hundert Tote sind besser als tausend Tote.

01:06:28: Ja.

01:06:29: dieselbe Weise können wir aber auch unser Glück verrechnen.

01:06:32: Also wenn du zwei Glück hast, weil du was auch immer – vodka, Tonic zum Mittagessen trinkst und ich habe nur ein Glück, weil ich irgendwas ganz anderes mache dann sind deine zwei Glück wertvoller als mein Einglück.

01:06:48: und spätestens da steig' ich total aus und frag mich so wie soll das gehen?

01:06:53: Und dann gibt's diese kantische Theorie den Humanismus der sagt Menschenleben sind nicht verrechenbar.

01:07:01: Ich glaube, dass wir in der Praxis oft diese Theorien falsch rum anwenden.

01:07:09: Also wenn ich überlege zum Beispiel bin ich glücklich in einer Beziehung oder nicht dann fangen Leute an Pro- und Kontralisten zu machen um Punkte zu vergeben und Wichtigkeiten zu bemessen.

01:07:19: Und ich glaube das ist da gar nicht hingehört.

01:07:21: diese Verrechnerei sondern mehr so ein Humanismus.

01:07:25: aber zum Beispiel in beruflichen Situationen, wo wir oft sehr gefangen sind.

01:07:31: In aber das Team und aber dies und der Chef und so dass da vielleicht ein Verrechner manchmal auch sinnvoll sein kann.

01:07:38: So, das war meine Idee.

01:07:40: darüber würde ich gerne mal was schreiben.

01:07:42: du merkst die ist so kompliziert, dass sich nicht so richtig weiß wie kriege ich das obwohl der wissenschaftlich runtergebrochen?

01:07:48: Und mein Einstieg war aber eine Szene mit einem Freund.

01:07:51: Die hatte ich kurz geschrieben und habe die kurz vorgelesen und dann sagt eine Kommilitonin, die da saß Sag mal, kann es sein dass das ein reines Männerproblem ist was du da beschreibst?

01:08:05: Und ich saß da und hab mich so geschämt.

01:08:11: Mir blieb der Mund offen stehen.

01:08:14: aber

01:08:14: also ich werde glaube ich nie wieder So krass keinen anderen mitdenken als alte weiße Männer.

01:08:21: Es war einfach so ein richtiges alter weißer Männer.

01:08:23: Beispiel zwei ältere weißen Herren reden über das Leben Dass das ganze Thema vielleicht nicht trägt, war die eine freie.

01:08:33: Das weiß ich noch gar nicht.

01:08:34: Aber dass man zumindest ein bisschen diverses Beispiel konstruieren könnte ... Oha!

01:08:41: Das waren mir schon sehr peinlich.

01:08:44: Finde ich auch zu Recht und ich war hier aber sehr dankbar, dass sie das gesagt hat.

01:08:48: Das muss man sich ja auch trauen.

01:08:51: Und auch das ist was, wo ich hoffe, dass es mir das nicht mehr passiert, sondern dass ich ab jetzt einfach anders denke und anders schreibe.

01:08:59: Und

01:09:01: ja,

01:09:02: das hat auch was eine Tür aufgemacht.

01:09:04: Wunder ich gar nicht wusste, dass sie in der Wand war?

01:09:06: Ja glaube ich!

01:09:07: Also ich habe das oft so Gefühl gehabt, dass es in der akademischen Welt dieser Art von Feedback wirklich extrem konstruktiv gemeint ist und dadurch eine persönliche Komponente einer Bewertung häufig nicht unbedingt dabei ist, weil die gehört an der Stelle gar nicht hin.

01:09:27: Und wenn ich gewisse Feedback im Rahmen von Kurzen bekommen habe, hab' ich das immer anders einordnen können als wenn das jetzt aus nähstem sozialen Umfeld käme und... Ich kann dir ja gar nicht beschreiben warum, weil ich würde das eine nicht als das andere bedeutender empfinden.

01:09:47: trotzdem fand ich eben dass diese Kurse wirklich häufig dazu da waren zu sagen Also man selbst auch, man hat darauf geachtet wenn andere was vortragen.

01:09:58: Was könnte ich noch für einen Hinweis geben?

01:10:00: Braucht es überhaupt ein Tipp oder eine Idee oder wie?

01:10:04: Was welches Feedback gebe ich?

01:10:05: Das ist ja auch Teil dieser Kurse von Anfang an eine gesunde Feedback-Kultur also Feedback als etwas durchaus Positives zu betrachten.

01:10:14: Ich fand das war für mich ein extrem heilsamer Moment dass Feedback nicht per se schlecht und negativ ist, sondern dass es etwas sehr schönes, konstruktives und sogar wertschätzendes sein kann einen anderen Aspekt sozusagen mit einfließen zu lassen.

01:10:34: Und das finde ich gelingt in diesen Kursen zu einer sehr hohen Quote wirklich gut.

01:10:45: Also was ich auch mit rausgenommen habe wie gebe ich Feedback?

01:10:48: Wie möchte ich das mit meinen Mitmenschen vielleicht praktizieren außerhalb der akademischen Blase beispielsweise.

01:10:54: Und was du noch beschreibst, finde ich total schön!

01:10:57: Du scheinst jemand zu sein, der einfach ein großes Talent hat?

01:11:00: Was du jahrelang intuitiv ausgelebt hast.

01:11:04: und wenn man dann aber an einem Punkt kommt wo man sozusagen... Ich beschreibe das immer als den persönlichen Werkzeugkasten des Lebens.

01:11:13: Wenn man quasi ein paar Werkzeuge jetzt sammeln konnte um dann das eigene Talent noch besser quasi ausüben zu können oder besser ist natürlich so eine Maxime und wir kommen hier von kritischer Betrachtung, von Erfolgsgeschichten aber zumindest eine Hilfestellung geben können.

01:11:32: Dann finde ich es das ein großartiges Ergebnis des Zertifikatsprogramms an der Stelle, dass du das so für dich sagen kannst.

01:11:39: Also ich war zwar in einem Kurs und ich war mir sicher, ich bringe alles mit was sich in diesem Kurs eigentlich lernen könnte und trotzdem habe ich das Gefühl, ich kann doch noch die ein oder andere Arbeitsweise anders machen oder hab das nochmal hinterfragt, wie es da gemacht hat?

01:11:56: Oder konnte für mich fiktive Einstiege im Artikel ergänzen und erschließen und das ist ja total schön!

01:12:05: Also ich glaube gerade, und da bringe ich jetzt, reproduziere ich mal einen Stereotyp.

01:12:10: Und ich mag das an sich gar nicht!

01:12:12: Aber viele Leute behaupten ja dass es durchaus je älter eine Person wird deutlich schwieriger ist vielleicht verhaltensweisen nochmal zu ändern oder abzulegen oder ganz neue Sachen mitzuerlernen in den Alltag zu integrieren.

01:12:29: Ich kann das gar nicht bestätigen per se.

01:12:32: Aber ich würde sagen, du bist auf jeden Fall dann hier das erlebende Beispiel dafür.

01:12:38: Dass das überhaupt nicht so ist und dass du da jetzt quasi für dich an deiner Stelle und deinen beruflichen Weg beschlossen hast, dass da so viel wertvolle Ansätze stecken in den Kursen die du für dich mitnimmst.

01:12:52: Ja cool!

01:12:54: Das war wirklich so.

01:12:56: Jetzt haben wir zwei Folgen miteinander aufgezeichnet Und ich freue mich, dass du da warst.

01:13:00: Dass wir uns unterhalten haben über Philosophie, über deine Promotion, über Wissenschaftskommunikation und bin gespannt wie es weitergeht!

01:13:10: Wann wird dich vielleicht mal wieder lesen?

01:13:13: kann man so sagen.

01:13:15: Ich pack auf jeden Fall deine Kontaktdaten hier in die Show Notes, sodass wenn Leute sagen, Mensch ich würde mich gerne mal mit Ulrich nochmal darüber austauschen oder die zuletzt erzählte Geschichte irgendwie da habe auch die eine oder andere Idee oder vielleicht ist das ja ein cooler Ansatz?

01:13:34: Oder ich hab aber eine Frage wie war es für dich in diese Kurse zu gehen?

01:13:40: Dann dürfen Sie sich gerne bei dir melden.

01:13:42: Falls ihr Fragen generell zum Zertifikatsprogramm habt, dann meldet euch gerne beim Graduiertenzentrum.

01:13:47: die Kontaktdaten sowohl von Mörko Ulf und Sabine findet ihr hier in den Show Notes, beziehungsweise auf der Website des Graduiertenzentrums.

01:13:57: Und wenn ihr da draußen jetzt sagt, ich möchte unbedingt selbst Teil dieses Podcast werden!

01:14:02: Wir hatten das sowohl im letzten Jahr als auch im diesem Jahr, dass wir Doktoranden – also letztes Jahr einen Doktoranten und dieses Jahr eine Doktorandin hier auch gerne sozusagen auf eigenen Wunsch herzlich gerne einladen... Dafür ist der Podcast da, damit ihr eure Forschung hier vorstellen könnt und wir uns dann in der Folge über Wissenschaftskommunikationen unterhalten.

01:14:24: So die nächste Folge.

01:14:26: ganz klassisch haben wir eine Doktorandin zu Gast Und dann haben wir noch mal zum Abschluss des Jahres für euch eine Spezialfolge.

01:14:34: Seid also gespannt.

01:14:35: ich freue mich auf euch und wünsche euch bis dahin noch einen schönen Sommer.

01:14:39: Wir hören uns ja erst In einem

01:14:42: Monat wieder.

01:15:06: Let's Talk Science wurde Ihnen präsentiert vom Graduiertenzentrum der Christian Albrechts-Universität zu Kiel.

01:15:13: Host und Produktion von Living Studios Musik Klang & Klimper.

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