#51 Ulrich Hoffmann: Aus Leidenschaft promovieren – Philosophie, Journalismus und die Frage nach Überkonsum
Shownotes
Wissenschaftskommunikation am Graduiertenzentrum: https://www.gz.uni-kiel.de/de/young-scientist-in-society/wissenschaftskommunikation
https://bsky.app/profile/gcscicom.bsky.social
Zu Gast: Ulrich Hoffmann: https://ulrichhoffmann.de https://www.linkedin.com/in/ulrichhoffmann22391/
Philosophische Fakultät: https://www.uni-kiel.de/de/universitaet/einrichtungen-fakultaeten/fakultaeten-gemeinsame-einrichtungen/philosophische-fakultaet
Leitlinien zur guten Wissenschaftskommunikation: https://www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/leitlinien-zur-guten-wissenschafts-pr/
Science Show: https://www.scienceshow.uni-kiel.de/de/herzlich-willkommen
Produktion: livin studios: https://livinstudios.de
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00:00:30: Hallo und herzlich willkommen hier zu Let's Talk Science, nachdem wir nun in unseren letzten zwei Doppel folgen uns mit den Exzellenzklustern der Unikier beschäftigt haben.
00:00:42: Roots- und PMI – und jetzt quasi wissen was für strategische Kommunikation wichtig ist wenn man ein so so großes Forschungskluster irgendwo ja auch zusammenhält intern aber auch
00:00:56: extern
00:00:57: wie vielleicht auch Für die Kommunikation eines Exzellenzklusters zuständig ist, gucken wir uns heute ganz klassisch ein Promotionsthema an.
00:01:07: Also für alle unsere neuen Zuhörerinnen... Wir haben das in diesem Podcast so, dass wir grundsätzlich hier Promovierende der Christian Albrechtsuniversität einladen, die uns ihre Forschungsvorstellen.
00:01:18: In der ersten Folge und in der zweiten Folge reden wir über die Wissenschaftskommunikation, die sie meist im Zertifikatsprogramm am Graduiertenzentrum weiterentwickeln, erlernen erste Berührungspunkte haben oder die nächsten weiteren Schritte sozusagen.
00:01:37: Und meist haben wir ganz unterschiedliche Fachbereiche.
00:01:40: das finde ich immer ganz schön.
00:01:41: also ob wir uns nun mit Promotionsthemen angucken oder wie heute ein Promotionsthema aus der Philosophie alles ist irgendwie mal dabei inzwischen nachdem wir das jetzt mehr als vier Jahre machen und das heißt wir haben immer zwei Themen aus der Promotion selbst und dann eine Spezialfolge, die liegt jetzt nun just in der Vergangenheit.
00:02:03: Wo wir uns quasi mit Menschen auseinandersetzen oder wo wir Menschen einladen, die eine große Expertise beruflich im Bereich Wissenschaftskommunikation mitbringen weil sie dieses eben jeden Tag betreiben.
00:02:18: so Ich habe hier Ulrich sitzen.
00:02:20: Ulrich darf sich natürlich unbedingt gleich einmal vorstellen, hallo Ulrich!
00:02:23: Schön, dass du dir die Zeit nimmst und heute bei uns zu Gast bist.
00:02:26: Ich weiß letztes Jahr haben wir bereits eine Folge zur Philosophie gehabt Und ich weiß manchmal geht es den Leuten so das sie sagen noch mal Philosophies oder nochmal dieses Thema.
00:02:39: Da habt ihr schon das letzte Mal meine Schwierigkeiten mit.
00:02:41: Das ist immer das Schöne wenn man öfter Menschen aus einem und dem selben Fachbereich zu Gast hat, dass man sieht wie unterschiedlich dann doch die jeweiligen Forschungsschwerpunkte sind.
00:02:50: Und wie vielfältig ein Fachbereich sein kann.
00:02:53: Deshalb freue ich mich sehr, dass du heute hier bist und uns von deiner Promotionszeit erzählst.
00:02:58: Hallo!
00:02:59: Hallo Liv!
00:02:59: Vielleicht
00:03:00: magst Du Einstiegs einmal sagen wer Du bist und wie Du zur Promotion gekommen bist?
00:03:06: Ja, Ulrich Hoffmann Ich bin von Haus als Journalist Bin dann rüber hab dann angefangen Bücher zu übersetzen, hab dann anfangen Büchern zu schreiben und ich habe das schon immer gemacht.
00:03:18: Also schon in der Schulzeit habe ich geschrieben und hab dann mit Mittef... also ich hab da einmal kurz studiert so mit neunzehnzwanzig glaube ich zwei Semester in Hamburg im Präsenz bin dann nicht richtig reingekommen und bekam dann eine Redakteursstelle an geboten ohne Voluntariat Es selten.
00:03:41: Genau, das ist selten!
00:03:42: Das habe ich dann damals gemacht.
00:03:44: Wenig später bekam ich eine Textchefstelle in einer Entwicklungsredaktion angeboten und damit war sozusagen für mich die, also einmal TextChef immer TextChefin.
00:03:56: da konnte ich einfach einen Haken dran machen, habe ich das irgendwie gelernt?
00:04:00: Das hat mich nie wieder jemand gefragt.
00:04:02: Ich war damals in der Entwicklungs- redaktion von Gala.
00:04:04: Wenn man die Gala als TextChefen mitentwickelt hat, dann kann man das so.
00:04:11: Und mit Mitte vierzig gab es sich dann in meinem Leben ein bisschen Luft wieder und ich hatte Lust, noch mal was zu lernen.
00:04:20: Ich bin so um alle möglichen Sachen rum geschlichen und am Ende wurde es dann Philosophie an der Fernunion.
00:04:26: Einfach aus logistischen Gründen ging das nicht anders als Fernuni.
00:04:33: ein paar Jahre vor mich hin studiert und habe dann aber auch gemerkt, boah das ist echt viel Papier.
00:04:37: Also gut nun es ist Philosophie da ist immer viel Papiere Aber nur fern Uni fand ich schwierig.
00:04:44: Ich hab auch Die haben.
00:04:47: als Voraushälzung dafür dass man besteht muss man an mindestens drei Präsenz Seminaren teilnehmen.
00:04:52: die geben auch präsent Seminar aus habe ich aber nicht richtig verstanden.
00:04:56: Insofern habe ich nicht diese Präsent Seminare gemacht sondern stattdessen bin ich zur uni Hamburg gegangen und gesagt Würdet ihr das ane, kann ich meine Sachen von der Fern- und Jagen hier rüber machen?
00:05:07: Und die sagen ne, nee.
00:05:10: In Hagen studierst du Kultur und Sozialwissenschaften mit Schwerpunktphilosophie.
00:05:14: Das haben wir gar nicht als Fach.
00:05:17: Also diese ganze Bologna-Regellei irgendwie alles ist transferierbar also hier gar nicht.
00:05:23: Was du machen kannst, du kannst dich bei uns auch einschreiben für Philosophie weil du ja da gar nicht Philosophiesstudierst.
00:05:31: Gut, dann habe ich gedacht, oder mache ich halt das?
00:05:33: Dann bin ich da ein bisschen Präsenz gemacht.
00:05:35: Das hat mir auch Spaß gemacht aber es harmonierte einfach nicht mit Familienvater und Job.
00:05:43: Es war für mich nicht möglich da die Abschlüsse zu machen.
00:05:46: Ja!
00:05:46: Dann habe ich also meinen Bachelor gemacht in Hagen, dann hab' ich meinen Master gemacht in Haagen... Und dann habe Ich gedacht, das hat mir eigentlich richtig Spaß gemacht.
00:05:55: was mache ich denn
00:05:55: jetzt?!
00:05:57: Und ich habe drei Kinder und eine der Fragen, die so durch meinen Kopf spugte war immer Wenn wir doch wissen was wir gegen die Klimakrise tun müssen warum machen wir das eigentlich nicht?
00:06:09: Es kann man als sociologische frage lesen oder als psychologische Frage Man kann es aber auch als philosophisch frage Lesen.
00:06:15: also wenn wir wissen was zu tun ist Warum tun wir es nicht als handlungsprobleme?
00:06:21: und dann habe Ich mir eine Philosophin gesucht eine promovierte philosophien Als tutorin um an dieser Frage zu arbeiten.
00:06:30: Das haben wir so ein Jahr gemacht, alle ein zwei Monate, die hat mir dann immer was zum Lesen gegeben und so... Und dann war ich im Sommer in Montröhe auf dem Jazzfestival in Montlöhe und wir gehen da am See entlang und das stehen wundervolle Willen und diese sind alle Rolläden zu kein Mensch im Garten weil es alles Dritt- und Vierthäuser sind.
00:06:52: Also das war so eine ganz konkrete, man geht da.
00:06:55: Wir haben in der Jugendherberge gewohnt weil Montreux sehr, sehr teuer ist während des Jazzfestivals und man geht also diesen wundervollen Weg am See entlang und man sieht aber auch diese... Mich hat es gestört dass die nicht genutzt wurden, diese Häuser.
00:07:13: Und gleichzeitig kam eine Oxfam Studie raus Die sagte wenn ich Super-Reichtum, der Allereichsten begrenzt wird.
00:07:22: Dann werden wir die Klimakrise nicht in den Griff kriegen.
00:07:25: und dieser Superreichtum war ja genau das was ich da gesehen habe.
00:07:29: Und dann hab' ich gedacht, dass ist doch eigentlich mal ein interessantes Thema!
00:07:33: Mein Arbeitstitel war erstmal sehr lyrisch, nämlich wovon wir sprechen wenn wir von Überkonsum sprechen.
00:07:39: Es gibt einen Raymond Carver Titel, wovon wir sprechen weil wir von Liebe sprechen.
00:07:43: und meine Analogie war eben auch zu sagen... Liebe ist ja auch so ein Ding, wo man sagt ich erkenne es wenn ich spüre aber definiere mal liebe und So habe ich gedacht das ist auch mit dem überkonsum.
00:07:56: Inzwischen heißt die Arbeit über Konsum einen Definitionsversuch
00:07:59: Ja
00:08:00: Und dann hab ich.
00:08:03: Die habe ich dann einem Professor vorgeschlagen der zu Reichtum forschte und der sagte damals er hätte einfach keine Kapazitäten.
00:08:11: Aber Ich Könnte doch Professor Heidbring in Kielfragen, der erforscht nämlich zu konsumen.
00:08:18: Und dem habe ich das Thema vorgeschlagen und er hat gesagt Das ist aber interessant und der Rest des Geschichte
00:08:24: Ja cool!
00:08:25: Das ist jetzt nochmal eine ganz neue Form der Promotion.
00:08:29: Beziehungsweise so neu ist sie nicht.
00:08:30: Wir hatten eine einzige Doktor an den hier zur Gast Die quasi ähnlich wie du Nach ihrem also unmittelbar nach ihrem Studium gesagt hat Ich möchte promovieren über die Uni angestellt sein.
00:08:46: Das klärt sich gleich, wie genau das bei dir ist?
00:08:48: Sie wollte nicht bei der Uni anggestellt sein weil sie für sich wusste Lehre, dass es nicht meins und ich möchte auch gar nicht die ganzen anderen Institutsaufgaben noch mitmachen müssen.
00:08:57: Ein Stipendium hat sie aber nicht bekommen auch kein Teil Stipendium.
00:09:01: Das heißt, sie hat komplett unabhängig zu einem Thema was ihr am Herzen lag.
00:09:06: also weil wir ich würde sagen in achtzig Prozent der Fälle haben wir ja Doktorandinnen sitzen die sich gezielt auf einen Promotionsthema das ausgeschrieben wird bewerben und dann offensichtlich wenn Sie hier bei uns im podcast sitzen genommen worden sind.
00:09:20: aber die aller wenigsten sagen quasi Ich habe mein eigenes thema.
00:09:25: Manche dürfen eventuell oder haben die Möglichkeit, ihre Masterarbeit weiterdenken zu können in einer Promotion.
00:09:32: Denn ist das meist schon so eine Art Anbahnung gewesen weil sie wissenschaftliche Mitarbeiterinnen waren oder Hilfskräfte oder wie auch immer.
00:09:40: In deinem Fall finde ich total spannend dass du ja sozusagen mindestens schon ein wenn ich dich richtig verstehe Wenn nicht sogar zwei Jahre auf einem potentiellen Thema gegrübelt hast was dich interessiert.
00:09:53: Vielleicht war gar nicht von Anfang an klar, das wird definitiv eine Promotion.
00:09:57: Sondern hat sich erst im Laufe dessen entwickelt und du hast ja dann quasi aktiv... Also ... Das Thema wurde ja nicht ausgeschrieben sondern du hast aktiv deine Betreuung gesucht Und dann idealerweise sogar jemandem gefunden.
00:10:12: Ich gehe mal davon aus dass
00:10:14: Du
00:10:15: unabhängig von einem Vertrag zur Uni promovierst Richtig?
00:10:19: Korrekt!
00:10:21: Genau Ja, ich wollte nicht... also ich bin nie auf die Idee gekommen zu promovieren.
00:10:25: Ich habe schon im ersten Studienversuch immer Punktabzüge bekommen dafür dass sich zu populär wissenschaftlich schreibe.
00:10:34: Dann hab' ich in dem Studium an der Fernunion in jeder Arbeit Abzügel bekommen dafür das halt nicht wissenschaftlichen genug war als ich meine Ihr habt immer noch gute Noten gehabt, aber ich hatte also ich glaube nicht eine einzige eins.
00:10:51: Ja!
00:10:51: Ich habe es tatsächlich fertiggebracht in meiner Masterarbeit das entscheidende Wort um dass es ging dreimal falsch zu schreiben und drei mal unterschiedlich
00:11:01: falsch.
00:11:03: Das ist im Journalismus gar kein Problem weil hinter mir so viele Kontrollinstanzen kommen.
00:11:08: ja
00:11:10: das macht einfach nichts.
00:11:11: Also bestimmte Dinge hab' ich einfach nie gelernt.
00:11:16: Die wären so, also gibt es inzwischen ordentliche Rechtschreibprüfungen und KI.
00:11:22: Es zeigt auch eine gewisse Schlammlichkeit auf meiner Seite.
00:11:25: Ich finde die Kritik sehr berechtigt!
00:11:28: Und ich schreibe auch nicht besonders wissenschaftlich... Aber insofern war ich schon ganz begeistert, dass ich den Master geschafft habe.
00:11:36: Da hab' ich schon gedacht cool das hätte ich mir vorher nicht zugetraut.
00:11:40: Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen eine Dissertation zu schreiben.
00:11:43: Das schlug dann tatsächlich diese Tutorin vor, die irgendwann sagte das ist doch ein interessantes Thema.
00:11:48: Es wäre auch ein gutes Disserte- tionsthema.
00:11:50: und ich sage einmal warum?
00:11:52: Wieso uns sie so naja?
00:11:54: also wir können ja jetzt auch weiter so zwischen uns drüber nachdenken aber du kannst es doch mal präzise festhalten.
00:12:02: Und da war dann irgendwann mein Ehrgeiz geweckt und ich habe gedacht Boah naja mehr als durchfallen kann ich ja nicht.
00:12:11: Jetzt hat es ja für mich auch den Vorteil, also ich bin fünftig plus und ich habe einen Beruf.
00:12:16: Und... Also ob ich jetzt in meinem Alter noch ein Doktortitel kriege oder nicht wird nichts ändern an meiner beruflichen Biografie?
00:12:24: Da bin ich dann stolz drauf und denke wie toll das ihr mich mitspielen lasst.
00:12:28: aber Ich brauche denen nicht Für irgendwas.
00:12:34: Es ist quasi pure Leidenschaft.
00:12:35: Das ist das was ich kann das total gut nachvollziehen.
00:12:41: Und ich glaube, was viele reizt wenn sie die Stabilität sozusagen beruflich hätten, die du hast dass Sie sagen eigentlich würde ich gerne weiter wissenschaftlich arbeiten nach dem Studium weil das... Ich glaub also im Bachelor haben das einige noch nicht.
00:12:55: Das sind häufig im Bachelor ist es erstmal Grundlagen aufbauen Aber viele entwickeln das im Master.
00:13:01: Dass sie wirklich sagen das ist jetzt hier schon auf einer wissenschaftlichen Ebene.
00:13:05: das würde ich so gerne weiter verfolgen.
00:13:08: Aber ich möchte nicht in dieses unsichere Hochschul-Anstellungsverhältnis beispielsweise oder die wissenschaftliche Karriere, die meist vorausgesetzt wird geht einher mit nochmal mindestens zwei-, dreimal umziehen.
00:13:25: in dieser akademischen Laufbahn eigentlich noch zeigen muss, dass ich auch da noch unterrichtet und da noch geforscht habe oder wie auch immer.
00:13:32: Wenn es doch nur so ginge wie bei dir sozusagen.
00:13:34: Also so wäre es zumindest in meiner Traumvorstellung.
00:13:36: Ich weiß ja, ich hatte eine großartige Professorin Susanne Richter die gesagt hat, was ihr macht?
00:13:44: Und da kann man so viel daraus machen!
00:13:45: Und wenn nicht euch alle dazu bewegen könnte das ihr promoviert.
00:13:49: aber ich verstehe total, das ist keiner von euch brach zu nachem Wotto.
00:13:53: Die hatte aber richtig das Talent ein sozusagen fürs Thema zu begeistern und das ist, glaube ich total wertvoll zu sagen.
00:13:59: Ich liebe mein Thema!
00:14:01: Und mit diesem Thema kann ich mich auch vier Jahre, sieben Jahre, zehn Jahre beschäftigen weil ich dazu ja auch forsche.
00:14:08: also das gibt dir schon ganz viel Arbeitsmotivation wenn es auch mal in der Promotionszeit schleppend läuft oder mühselig ist, etwas zu recherchieren oder zu erarbeiten.
00:14:20: Weil du dieses Thema halt so, weil du dafür brennst?
00:14:24: Ja ich hätte das auf gar keinen Fall machen können während ich versuche eine Freiberuf... also ich bin ja freiberuflich eine Karriere zu etablieren.
00:14:34: Ich konnte das erst jetzt machen wo ich ein auf einigermaßen sicheren Gleisen laufe.
00:14:41: Das wäre am Anfang meines Berufslebens nicht möglich gewesen.
00:14:46: Wie viele Jahre promovierst du jetzt?
00:14:50: Ich bin da reinmarschiert vor zweieinhalb Jahren und habe gesagt, ja also ich stelle mir jetzt schon vor dass sich dann in einem Jahr abgebe.
00:15:03: Und daraufhin lachte der Herr Betreuer und sagte naja also meistens sind es eher so drei bis fünf und ich sag Na ja also dann vielleicht zwei!
00:15:13: Ich war wirklich ehrlich der Meinung Schreiben kann ich
00:15:18: ja.
00:15:19: Und nun stimmt das natürlich, schreiben kann Ich ja technisch schreibe Kann ich also ich kann wahrscheinlich.
00:15:24: Also sagen wir mal so was ich schon merke ist ich kann auch einen Fachtext lesen und dann den den Abschnitt dazu schreiben schneller als Wahrscheinlich manche andere okay oder jedenfalls mit.
00:15:44: Ich kann das auch mal zwischendurch machen.
00:15:45: Ich kann sagen, ich erschauf ihn mir zwei Tage frei da lese ich dann nur dieses Buch.
00:15:48: Da schreibe ich erst einmal den Teil dazu so Das kann nicht schon.
00:15:53: Aber was sich total unterschätzt habe war der Gesamtaufwand also wieviel ich insgesamt lesen muss?
00:15:59: Ich hab schon gedacht Die Dissertation ist halt einfach wie eine Masterarbeit nur länger.
00:16:07: Jetzt gibt es auch Dissersion über mein master arbeitsthema Und da habe ich dann irgendwann mal reingeguckt und auch das ist nicht dasselbe in länger, sondern es ist dasselb in tiefer.
00:16:18: Dass sich dazu vielleicht auch einfach sechs Bücher lesen muss, die ich denn alle nicht erwähne!
00:16:23: Das habe ich nicht kommen sehen... Also ich bin da mit großer Arroganz reingegangen und nach einem Jahr, also und dann kam natürlich das Leben.
00:16:32: Ich hatte das große Glück dass es bei mir beruflich gut lief in dieser Zeit was auch heißt ich habe gedacht naja das erste halbe jahr lese ich viel und schreibe ein bisschen und standessen bin ich aber gar nicht zum lesen gekommen.
00:16:44: deswegen natürlich auch nicht wirklich zu schreiben.
00:16:46: ja In der Zwischenzeit hat Oxfam immer weiter Reports produziert.
00:16:53: Ich hatte am Anfang einen, inzwischen gibt es sechs.
00:16:57: Das bedeutet, dass sich mein Sprungbrett... Also diese Reports sind natürlich keine wissenschaftlichen Arbeiten die greifen aber zurück auf wissenschaftliche Arbeiten.
00:17:08: das heißt aber mein Sprungenbrett hat sich die ganze Zeit verändert und dauernd gibt es irgendein neues Ding und wieder eine neue Berechnung und dann muss ich das wieder anpassen.
00:17:17: also ich will jetzt auch fertig werden weil die ja sonst wieder ein neues Zeug raushauen.
00:17:23: Insofern bin ich jetzt seit zweieinhalb Jahren dabei und hoffe aber, dass ich jetzt sozusagen mit dem dritten Jahr dann auch es fertig kriege.
00:17:30: Ja okay!
00:17:31: Das heißt aber du... also wie können wir uns vorstellen, dass du an das Thema rangegangen bist?
00:17:37: Du hattest diesen Moment als ihr spazieren gegangen seid.
00:17:41: Es kam der erste Bericht von Oxfam Und dann hast du dazu gelesen, recherchiert.
00:17:49: Wie forscht du?
00:17:50: Wir können uns das vorstellen.
00:17:51: Du liest viel, das ist ja grundsätzlich was, was viele geisteswissenschaftliche Promotionen miteinander verbindet, dass man viel Literatur liest und natürlich am Anfang einer Promotion immer erst mal quer recherchiert.
00:18:07: Ich glaube es ist fachübergreifend.
00:18:09: Was gibt es links und rechts bereits zu dem Thema?
00:18:12: Welche Erkenntnisse sind für mich relevant?
00:18:17: Aber wie können wir uns deinen Forschungsalltag zu Hause vorstellen?
00:18:21: Oder an der Bibliothek, ich weiß gar nicht.
00:18:22: Wahrscheinlich sowohl als auch.
00:18:24: Ja, das wird jetzt peinlich für mich aber sonst kann ja keiner was draus lernen.
00:18:33: Wie gesagt, Ich bin davon ausgegangen Naja da lese ich ein zwei drei Bücher die fasse ich dann zusammen und dann ist die Sache fertig.
00:18:43: Relativ schnell habe ich auf den Deckel bekommen dafür, dass sich mit den Oxfam-Berichten anfangen wollte.
00:18:49: Inzwischen weiß ich auch warum.
00:18:51: Damals habe ich das aber nicht verstanden.
00:18:53: also wir haben mehrere Runden und der Betreuer war da wirklich sehr sehr geduldig mit mir gedreht bis ich überhaupt begriffen habe Das ist... Also es gibt ja auch wissenschaftliche Quellen die parteiisch sind Und ich glaube auch nicht, dass in den Geisteswissenschaften zumal die irgendwie objektiv sein können.
00:19:18: Deswegen habe ich gedacht, wenn da ein Haufen Zahlen steht und geht es um die Frage sind sie richtig oder falsch?
00:19:24: Das hätte ich schon überprüfen wollen.
00:19:27: aber es geht nicht so sehr um die frage wo kommen wir jetzt eigentlich her?
00:19:30: und also das sozusagen dieser Oxfam bericht gar keine wissenschaftliche Veröffentlichung für sich ist sondern dass der nur fußt auf anderen wissenschaftlichen veröffentlichten und dass er mich aber auf diese beziehen muss.
00:19:45: Die nehmen halt drei, vier, fünf verschiedene wissenschaftliche Paper und bauen daraus eine Gesamtgemengelage die ihrer Argumentation entgegen kommt.
00:19:56: Das muss ich ja erst mal nachzeichnen.
00:19:59: Das habe ich alles am Anfang gar nicht verstanden.
00:20:02: Dann hab' ich nicht verstand', dass ich mich doch in einer einfach großen Traditionen bewege.
00:20:10: Also der Frage, was ist richtig?
00:20:11: Was ist falsch?
00:20:12: Was is gut oder schlecht?
00:20:13: Was sollten Menschen eigentlich tun?
00:20:15: und wenn sie es nicht tun... ...was kann denn die Philosophie eigentlich dagegen machen?
00:20:24: Da muss also erstmal viel Nachholbedarf von Dingen, die möglicherweise jemand, der ein Präsenzstudium gemacht hätte im Rahmen des Studiums gelernt hätte.
00:20:35: Also da musste ich einfach Dinge lernen, um die ich mich vorher so ein bisschen... also sie wusste einfach nicht dass die wichtig sind und deswegen habe ich sie nicht gelernt, keiner hat es mir gesagt war ja fern und nie so.
00:20:46: oder das passiert da einfach.
00:20:47: Also dann war ich natürlich manchmal frustriert aber da bin ich sehr dankbar, dass mir Professor Heilbring das Ding nicht auf halber Strecke vor die Füße geschmissen hat.
00:20:55: Dann war ich zweimal glaube in einem Kolokwium und habe das Projekt vorgestellt waren die Reaktionen beim ersten Mal auch sehr verhalten, aber zugewandt.
00:21:08: Beim zweiten mal wurden sie deutlich konstruktiver.
00:21:12: also da haben dann mehr Leute gesagt du musst das noch lesen und du musst diesen doch lesen.
00:21:16: wir haben hier die wir schicken dir das mal so.
00:21:18: und plötzlich hatte ich zehn Sachen dich auch nach alle lesen musste und dachte achte meine Güte worauf habe ich mich denn jetzt eingelassen?
00:21:25: Und erst da was so nach ungefähr anderthalb Jahren passiert ist hatte ich so ein bisschen festen Boden unter den Füßen und habe gesehen, okay also ich kann vielleicht ungefähr von hier nach da noch dort mit denen und den Sachen die ihr mir jetzt an die Hand gegeben habt.
00:21:41: Dann hatte ich einen Grundriss dieser Arbeit und dann ist was ganz Tolles passiert!
00:21:45: Dann habe ich nämlich einem der Autoren der Studien auf die sich Oxfam bezieht geschrieben weil ich etwas nicht verstanden habe Und in einer halben Stunde hat er mir geantwortet.
00:22:00: Ich finde sowieso im Journalismus habe ich diese Erfahrung oft gemacht, dass Professorinnen und Professoren immer sehr dankbare Gesprächspartner sind weil die oft also entweder reagieren gar nicht oder sie reagieren schnell und sind sehr kommunikativ.
00:22:14: Das war natürlich toll.
00:22:15: dann mit jemandem direkt über die Grundlage meiner Forschung also zwei, drei E-Mails.
00:22:22: Aber einmal zu merken, ah okay so ist das und da war der Moment wo ich gemerkt habe so jetzt glaube ich kann nicht loslaufen und ich kann so ungefähr erklären hier hab' ich angefangen das und das und dass habe ich alles zwischendurch erlebt und das ist mein Ergebnis.
00:22:36: ja das heißt am Anfang ging es erst mal darum eben zu gucken was gibt es?
00:22:42: Was möchte ich wie bin ich aber auch methodisch wissenschaftlich genug unterwegs um zu sagen Philosophie promovieren und dann irgendwo wahrscheinlich eine These mit Hand- und Fuß aufstellen zu können, wobei sich so eine These natürlich auch im Laufe der Arbeit meist ganz natürlich noch mal anpasst oder ja mindestens anpasste manchmal ergänzt, manchmal komplett verändert.
00:23:11: Viele kennen das allein schon aus dem Studium.
00:23:13: Man startet irgendwie und möchte am liebsten den Titel hinschreiben, dann am Ende der Arbeit denkt man sich, na ja, der Titel, den ich mir überlegt hatte, der pass jetzt eigentlich gar nicht mehr.
00:23:22: Der muss nochmal anders sein!
00:23:24: So wie bei dir auch beim Promotionsarbeit.
00:23:28: Zwei Fragen – wir starten mal mit der schneller zu beantwortenden.
00:23:31: Du hast gesagt du glaubst es ist im dritten Jahr fertig?
00:23:35: Das heißt momentan ... musst du ja an dem Punkt stehen, wo du auf jeden Fall schon geschrieben hast oder schreibst und relativ fortgeschritten bist.
00:23:45: Wenn du es demnächst abgibst.
00:23:47: Oder ist das schon abgegeben?
00:23:48: Und bereitest die Verteidigung vor?
00:23:50: Nee, ist noch nicht abgegeben!
00:23:52: Ich habe einmal fertig geschrieben... ...und dann hab ich weiter geschrieben.
00:24:01: Das heißt, ich hab einen ersten Schluss, dann hab' ich weitergeschrieben, dann habe ich einen zweiten Schluss was natürlich quatsch ist.
00:24:08: Aber ich habe sozusagen einmal durchgeschrieben, weil ich traditionell einfach so wie ich als Autor bin immer vom Schreiben komme und nicht vom Gliedern.
00:24:17: Ich hab nie gelernt – und ich hatte auch nie Lust darauf zu lernen – zuerst zu gliedern!
00:24:22: Das kostet mich oft viel Zeit, weil sich dann Sachen umstellen muss, sondern passen die Anschlüsse nicht und so bei Artikeln jetzt.
00:24:30: aber es hat den großen Vorteil dass man das ist etwas sehr erzählerisches
00:24:34: hat.
00:24:37: Es wäre schön, wenn ich beides könnte.
00:24:38: Aber ich möchte nicht missen was sich da über die Jahre gelernt habe.
00:24:41: Jedenfalls wurde mir irgendwann klar... Ich muss das jetzt einfach einmal schreiben bevor ich ernsthaft mit jemandem über die Struktur reden kann.
00:24:48: Das hab' ich also gemacht!
00:24:49: Ich habe eine Fassung fertig geschrieben Dann habe ich daraus die Strukture extrahiert dann habe ich die Structure komplett umgebaut weil sie total unsinnig war.
00:24:59: Und diese neue Struktur haben wir jetzt besprochen und haben auf die noch mal, ich hab dann hinten... Also vielleicht ist das schon ein bisschen klar geworden.
00:25:10: Ich neige zum Größenwaren.
00:25:13: Ich hatte die Idee zu sagen wir nehmen einfach alle wichtigen philosophischen Gerechtigkeitstheorien und wenden die an auf die Frage.
00:25:22: also es geht ja darum verschiedene Arten von Überkonsum trennscharf abzugrenzen.
00:25:29: Wenn du wenn ich z.B.. zu H&M-G jetzt und mir ein Polohemd kaufe heute Nachmittag noch, dann brauche ich das im Leben nicht.
00:25:36: Mein ganzer Schrank ist vor allem Polohemen.
00:25:39: Das ist schon Überkonsum?
00:25:42: Aber es ist doch irgendwie echt was anderes als wenn ich fünf Willen habe eine Yacht und einen Privatjet.
00:25:49: Aber irgendetwas anderes ist jetzt nicht trennscharf.
00:25:52: Ja!
00:25:53: Sondern dass ist das Ziel meiner Arbeit zu sagen gibt es mehrere Arten von Überkursum Oder nur zwei oder viele.
00:26:02: Und wenn ja was unterscheidet sie, unterscheide sie ein gefühltes Kriterium?
00:26:07: Also so etwas wie Dekadenz.
00:26:09: Oder unterscheidete sie ein finanzielles Kriterien und da war meine These zu sagen der quasi der überkonsumte Mittelschicht widerspricht nicht allen üblichen Gerechtigkeitstheorien.
00:26:25: also es gibt verschiedene Gerechtigkeitstheorien die alle.
00:26:28: Das finde ich sehr... Also es ist einfach sehr unbefriedigend in der Philosophie, finde ich.
00:26:31: Es gibt sozusagen nicht richtig und falsch oder gut und böse, sondern man kann das so sehen.
00:26:35: und man kann es so sehen.
00:26:38: Und da habe ich gedacht, es könnte ja sein dass alle Gerechtigkeitstheorien sagen diese ganz spezielle Form von extremen Überkonsum die widerspricht sozusagen allen.
00:26:49: Und das könnte auch sein.
00:26:50: aber das ist natürlich ein so absurd riesiges Projekt.
00:26:56: Vielleicht wär's günstiger, wenn du dir ein Framework raussuchst.
00:27:00: Begründest warum du das verwendest und das dann anwendest.
00:27:04: Da haben wir uns darauf geeinigt.
00:27:07: Das hab ich jetzt auch schon gelesen.
00:27:08: Dazu habe ich den Abschnitt geschrieben der dieses Framework vorstellt.
00:27:12: was jetzt noch fehlt ist Ich muss jetzt aus dieser chaotischen Erstfassung die Teile rausnehmen, die ich noch brauchen kann.
00:27:20: Ich muss sie in die Reihenfolge stellen, in die Sie sollen Ich muss den neu geschriebenen Teil der Einglieder und ich muss den Schluss schreiben.
00:27:28: Und dann muss sich das alles einmal verbinden, weil es natürlich jetzt nicht mehr zusammenpasst.
00:27:32: Aber das heißt quantitativ würde ich sagen sind zwei Drittel ungefähr da.
00:27:38: Verrückt!
00:27:39: Also ich finde deshalb verrückt, weil wenn man studiert, hat man mindestens einmal im Studium so einen Kurs wie How To Write oder wissenschaftliche Schreiben oder keine Ahnung?
00:27:53: Und es gibt auch die verschiedensten Herangehensweisen, wie man schreiben kann.
00:27:56: Es gibt auch coole Tipps von motivierten DozentInnen, die sagen Mensch bei einer Schreibblockade was könnte helfen?
00:28:06: Was machen wir?
00:28:07: und alle würde ich sagen haben aber eins im Kern sie arbeiten eben nach der Gliederung.
00:28:13: also das heißt die Gliederungen steht die kann sich auch verändern es können auch da noch mal so das kann umgeworfen werden.
00:28:19: aber man denkt in dieser Gliederunk Um eben zu sagen, ich schreibe jetzt Kapitel zwei.
00:28:29: Da hab' ich den Faden verloren oder da müsste ich noch mal rein recherchieren.
00:28:32: aber zu Kapitel vier, da könnte ich jetzt eigentlich weiterschreiben und am Ende könnte ich diese Kapitel ja zusammen pflegen.
00:28:39: so nach dem Motto funktioniert das Und ich weiß für mich selbst war es ganz lang ein Problem weil ich ab auch eher runtergeschrieben mit der Begründung, dass ich gesagt habe es greift einfach viel besser ineinander.
00:28:54: Und bei den etwas längeren Arbeiten dann also gerade im Master schreibt man dann keine zwölf dreizehn Seiten mehr sondern irgendwie schon mindestens fünfundzwanzig Seiten hat das aber durchaus geholfen mit zum Beispiel Problemen wie einer Schreibblockade weil keine Ahnung wenn sich dann ja in perfekten Formulierungen aufhängen kann.
00:29:13: und das finde ich aber interessant dass du sagst ich hab jetzt einmal runtergeschrieben.
00:29:16: Ich stell mir quasi vor Wenn ich schreibe und im Schreibfloh bin, finde ich es total nervig dann die Quellen direkt einzufügen.
00:29:25: Oh, das nimmt mir jetzt den Schreibfluss rauf!
00:29:28: Was mache ich?
00:29:28: Dann habe ich irgendwann angefangen kleine Notizen dahin zu schreiben.
00:29:31: Manche werden jetzt zuhören und sagen was sind das für Probleme, die haben wir gar nicht weil natürlich in jedem Fachbereich wird wenn Quellen ganz unterschiedlich eingebunden und teilweise ganz unterschiedliche auch formal in einen Text eingepflegt.
00:29:47: Aber manchmal habe ich mir dann irgendwie mit Farben gearbeitet, um zu wissen okay da muss es dann hin.
00:29:53: Aber ich will das jetzt auf keinen Fall machen weil sonst bin ja nur damit beschäftigt und ich frage mich wie du das machst?
00:30:00: Weil ich stelle mir vor du sitzt da und schreibst es wirklich einmal runter.
00:30:04: Ja also du hast natürlich völlig recht Es wäre viel viel klüger und fachlich auch besser gewesen von der Gliederung zu kommen.
00:30:16: Das habe ich jetzt auch gelernt, dass es einfach Fälle gibt wo es wirklich besser wäre.
00:30:22: Wo einfach meine Hybris zu sagen ach Gliederungen das ist für Fußvolk was ein Schrott!
00:30:29: Was für eine dumme Errung ganz... Aber ich musste diesen Preis glaube ich bezahlen für diese Lektion.
00:30:34: Für mich ist ja jetzt dieses Ich setze mich da also meine Masterarbeit hatte glaube ich Achtzig Seiten.
00:30:41: Also für mich is' jetzt Der Aufwand.
00:30:45: Ich schreibe ... ... zweihundert, dreihundert Seiten.
00:30:49: Von denen ich ja vorher schon weiß, dass ich ... ... hundertfünfzig, zweihundert kann ich schon weiter verwenden!
00:30:54: Das wird schon so sein... Der ist jetzt nicht so hoch wie bei anderen Leuten.
00:31:00: das meine ich nicht weil ich so toll bin sondern es meine ich einfach so eine Routine darin habe.
00:31:05: Für mich ist es oft einfacher etwas aufzuschreiben als nur zu denken.
00:31:10: Also ich hätte mir viele Dinge nicht erschließen können Wenn ich sie nie aufgeschrieben hätte, das war einfach... Ich wusste, dass es in meinem Prozess geht.
00:31:18: jetzt besser so.
00:31:19: Da musste ich mir einfach.
00:31:20: soweit so gut.
00:31:21: Aber wo du bei den Zitaten bist, das ist weit tatsächlich bei mir ganz viel so, dass ich da nur stehen habe.
00:31:27: Dazu sagt zum Beispiel über wen auch immer ich gerade schreibe Doppelpunkt und dann steht da drei Kreuze, Zitat, drei Kreuzekwelle.
00:31:35: Also das heißt ich weiß und so schreiber ich auch Artikel.
00:31:38: aber das Ding ist bei Artikeln hab' ich halt Ein Interview oder ein Buch, oder so als Quelle und dann weiß ich da gibt es drei vier fünf Zitate.
00:31:47: Ich weiß ungefähr wo die sind?
00:31:48: Ich weiß so, die baue ich dann ein.
00:31:50: aber Da habe ich dann noch den Überblick welches Zitat soll wohin?
00:31:55: Da ich hier genauso vorgegangen bin aber plötzlich Vierzig Zitate habe auf zwanzig Seiten hab ich natürlich total die Übersicht verloren.
00:32:04: Und nachher diese Zitate da rein zu schreiben und dann die Quellen rauszusuchen war eine unfassbare Arbeit Und die macht dann ja noch weniger Spaß.
00:32:13: Ja, das war richtig dumm!
00:32:15: Ich kann das nicht empfehlen.
00:32:17: und weil du Fingerfreit hattest übrigens Bibliothek oder nicht?
00:32:20: Also ich lese seit langer langer Zeit wann immer ich kann elektronisch.
00:32:25: Ich bin immer noch eingeschrieben an der Fern-Union Hagen und zwar deswegen weil ich dadurch Zugriff habe auf die Bibliothek der Fernunion Hagen, die naheliegenderweise besonders viel digitale Exemplare hat von Dingen Und das ist toll.
00:32:40: Dann habe ich also das PDF von irgendwas, da kann ich gut markieren schon drin.
00:32:47: Also ich arbeite mit Zutero und dann kann ich das da reinziehen.
00:32:52: Das macht mir diese ganze Quellenverwaltung sehr viel einfacher.
00:32:57: Manchmal gibt es irgendetwas da nicht oder nur als Buch oder ehrlich gesagt wenn sie es nur als Book haben erhole ich's mehr oft aus der Bücherhalle in Hamburg.
00:33:04: Warum soll ich's mir schicken lassen?
00:33:06: Und dann mache ich kleine Aufkleber an dieser Hand, die ich zitieren will und dann kopiere ich tatsächlich die Seiten, die Ich kopieren will.
00:33:12: Dann scanne ich die und dann habe ich sozusagen mein eigenes E-Book von den Seiten, Die ich zitieren will... ...und dann kann ich das... Na!
00:33:21: Das bedeutet auch.. Ich kann mir dann tatsächlich auch leisten ein Zitat reinzuschreiben und nur hin zu schreiben Quelle und dann finde ich das Zitat später und kann die Quelle noch später einfügen.
00:33:34: aber Muss man echt nicht so machen.
00:33:36: Ja, teilweise hab ich das wie gesagt auch... immer wieder so gemacht, einfach weil man in dem Moment – also ich kann das sehr gut nachvollziehen wenn man sagt Ich habe hier einen Schreibfluss.
00:33:46: Ich möchte nicht dass der jetzt abreißt und jetzt nochmal exakt nachzugucken die und die Seite.
00:33:51: Und häufig ist es ja so, dass zu einem Gedankengang nicht nur diese eine einzige Quelle oder Literatur der Literaturverweis passt sondern da passen vielleicht zwei drei Stellen aus unterschiedlichen Büchern von unterschiedlichen AutorInnen dazu zu deinem Gedanken geführt haben.
00:34:08: Und das dann alles mit so berücksichtigen an der Stelle, wo du vielleicht aber gerade keine Ahnung fünf bis zehn Seiten einfach schreiben könntest?
00:34:16: Also ich finde es gibt da nicht die Ideallösung und ich habe Schautout an die Personen, die dann die Mühseligkeit sozusagen auf sich nehmen weil es spart definitiv Arbeit.
00:34:26: also hundertprozentig würde ich sagen wer ist direkt mit einpflegt?
00:34:30: er hat danach einfach den Text ready der kann nur noch fein formulieren.
00:34:35: Ich gehöre wahrscheinlich zu der, ich kann mich bei dir quasi hinten angliedern.
00:34:40: Ich hab sehr ähnlich gearbeitet und zur digitalen Literatur da vielleicht einfach nur viele Leute kennen das wahrscheinlich schon aber ich habe das lustigerweise beinahe Arbeit zur Konsumkritik im weißen High die ich geschrieben habe, hab' ich einfach den Autoren der Potsdamer Uni direkt kontaktiert und gesagt, ich möchte nur dieses eine einzige Kapitel gerne.
00:35:03: Und dieses Buch gibt es hier nicht!
00:35:05: Wäre es möglich und könnte in irgendeiner Form das zugeschickt bekommen – und das war ein Tag später lag mir das in PDF-Form.
00:35:13: also so wie du auch sagst sind ganz, ganz viele auch in dieser wissenschaftlichen Welt total... Kooperativ, hilfsbereit wollen ja dass die Forschung irgendwie verwendet wird und Anklang findet.
00:35:27: Und genau man darauf aufbauen kann.
00:35:30: also das können wir sozusagen als Tipp nach draußen geben schreibt euch die Leute an von denen ihr glaubt es sie vielleicht noch eine wertvolle Expertise für eure Arbeit mitbringen.
00:35:42: jetzt haben wir relativ viel quasi darüber gesprochen wie so der Umstand ist.
00:35:46: Wie bist du zur Promotion gekommen?
00:35:47: Wie is deine Promotion?
00:35:49: Das müssen wir, glaube ich jetzt gar nicht unbedingt so besprechen.
00:35:52: Natürlich arbeitest du die ganze Zeit weiter als freier Journalist und in der Zeit, die zusätzlich da ist, kannst du dann deiner Promotion nachgehen?
00:36:04: Was sind denn jetzt Erkenntnisse?
00:36:06: also wer... Kennen deine These, beziehungsweise kennen wir nicht.
00:36:10: Du hast nur gesagt, dass du dich auf einen Bereich fokussieren solltest für die Promotion – wenn du dann habilitierst?
00:36:17: Dann kannst du die nächsten dir aufsuchen!
00:36:20: Ne aber was ist deine These-Final gewesen mit der du jetzt startest und was sind Erkenntnisse, die du gewonnen hast?
00:36:29: Mir ging es am Anfang um zwei Dinge.
00:36:31: Mir ging's darum zu gucken... Stimmt die Berechnung von Oxfam
00:36:36: überhaupt?!
00:36:37: Also können wir die Klimakrise nicht in den Griff kriegen, was immer das jetzt nur wieder heißen mag?
00:36:45: Ohne dem Überkonsum der Allereichsten.
00:36:49: Ohne dass er nicht mehr stattfindet.
00:36:51: also Oxfam würde ich sagen ohne ihn zu verbieten.
00:36:54: aus der Philosophie heraus gibt es ja noch andere Möglichkeiten aber jedenfalls wenn er nicht so lange der Stadt findet ist die Klima-Krise unlösbar.
00:37:02: ist diese These überhaupt ... physikalisch korrekt.
00:37:06: Ja!
00:37:07: So,
00:37:07: das war mein einer Teil und der zweite Teil für mich war... Und wenn das stimmt was folgt denn dann da raus?
00:37:17: Soweit ich das überblicke und jetzt gibt es eben wie gesagt neue Oxfam-Berichte.
00:37:21: Jetzt muss ich nochmal rechnen.
00:37:22: soweit Ich das überblicke ist die These von Oxfamm nicht haltbar also Der Anteil an dem Problem der Klimakrise durch den Überkonsum der superreichsten maßgeblich und es skandalös.
00:37:39: Es ist aber nicht so, dass wenn alles andere gelöst wäre – alles andere!
00:37:45: Und nur das noch stattfindet?
00:37:47: Dann haben wir immer noch die volle Klimakrise wie bisher und wenn das weg wäre dann wäre alles okay und auch relativ egal was mit den anderen Sachen ist.
00:37:56: So viel ist es denn nun auch nicht.
00:37:59: So scheint mir das im Augenblick.
00:38:00: Das muss ich wie gesagt nochmal mit den neuen Zahlen nachrechnen Und trotzdem intuitiv gehen, glaube ich die meisten Menschen mit.
00:38:10: Dass sie sagen ja aber das ist ja irgendwie Mist und ich glaube dass Schlüsselargument an dieser Stelle ist zu sagen wenn ich ein Polohand bei H&M kaufe oder wenn ich am Wochenende an die Ostsee fahre dann erzeuge ich einen CO-Zwei Ausstoß dadurch.
00:38:30: der ist so gering.
00:38:30: Das klassische Argument ist immer der auch vernachlässigbar und nun ist es relativ schwierig in den Griff zu bekommen.
00:38:36: argumentativ, wenn man lauter Sachen die vernachlässigbar sind auf einen Haufen tut dann ist es eben irgendwann trotzdem ein Haufen.
00:38:43: Wie kann das sein?
00:38:44: Also in der Philosophie das klassische Beispiel ist der Sandhaufen.
00:38:48: Einen Sandkorn ist kein Sandhaufe, zwei Sandkörner sind immer noch keinen Sandhaufen aber irgendwann ist es ein Sandhaffen-Aberabwand.
00:38:55: und der Unterschied den man klar festmachen kann an den Zahlen, dass auf jeden Fall Der Schaden, den der Überkonsum der superreichsten anrichtet, ist auf gar keinen Fall vernachlässigbar.
00:39:07: Das heißt dieses Vernachläßigbarkeitsargument, das greift einfach nicht!
00:39:11: Selbst wenn es bei... ...der Mittelschichtgreifen würde was ich gar nicht untersuche, greift es auf gar keinem Fall hier, sondern hier ist es so dass ganz klar erkennbar ist welchen Schaden diese Leute anrichten.
00:39:23: und da er... Er ist bemessbar.
00:39:26: wir können ihn gut benennen.
00:39:27: Mathematisch, physikalisch also so es gibt belastbare Zahlen dazu.
00:39:33: Man kann das deutlich sagen und man kann es dann auch umrechnen, also man kann sagen... Also du hast so und zu viel mit deinem Konsumanteil an der Klimakrise und das rechnet sich um in so und zufiel Todesopfer in den nächsten dreißig Jahren.
00:39:48: Das ist bei meinem Polo-Hemp nicht so.
00:39:50: Mein Polo Hemp wäre eben ... und hier sind es eben dreißzig oder vierzig.
00:39:59: Und nun müsste es doch eigentlich tadenswerter sein, wenn man mehr Leute umbringt als weniger.
00:40:05: Da sind wir dann bei den verschiedenen Gerechtigkeitstheorien.
00:40:09: Man kann eben sagen jeder Schaden an anderen Leuten ist immer schlimm oder man kann sagen die Mehr-Schaden ist schon schlimmer als weniger Schaden und das ist sozusagen dieses Schlingende am Ende.
00:40:20: wo ich jetzt gucken muss kriege ich das hin mit dem Framework dass wir uns ausgesucht haben zu begründen.
00:40:27: Also meine Denklogik im Augenblick ist, der Konsum der Superreichen, der steigt auf Englisch sind des Orders auf Magnitude.
00:40:35: Eine Potenz.
00:40:37: bei uns in Deutschland heißt das leider Größenordnung und da ist es nicht so klar.
00:40:41: Der ist um mehrere Größenordnungen schädlicher als der der Mittelschicht.
00:40:46: Da passiert quasi ein Quantensprung Und den versuche ich im Augenblick noch schärfer rauszuarbeiten sowohl ethisch wie eben auch in den Zahlen.
00:40:56: Und wenn er das gelingt, dann kann ich hoffentlich sagen da gibt es eben einen Sprung.
00:41:01: Das ist nicht so dass das graduell immer mehr wird sondern irgendwann macht es plötzlich so pjong und die Kurve geht hoch.
00:41:07: wir kennen alle diese Kurven aus der Corona-Zeit dieses steile Ende da.
00:41:14: Da ist ja erstmal richtig zu sein wenn das steile End weg wäre ist es erst mal gut.
00:41:18: und und das kommt hinzu... ...das ist ja das Leben das uns als Vorbild eingehalten wird.
00:41:26: Also der Konsum der Mittelschicht ist ja nicht unbeeinflusst dadurch, wie der Konsument der Superreiche passiert.
00:41:31: Was ein völlig anderes Argument ist aber auch ein wichtiges.
00:41:34: Ja total und ich glaube um auf die Klimakrise zu blicken.
00:41:39: wenn ich weiß dass wenige aber extremst privilegierte Menschen die quasi aufgrund ihrer finanziellen Ressourcen alle anderen Möglichkeiten offenstehend haben trotzdem sich entscheiden auf Kosten vieler ihrem Wohlstand so ausleben zu können, dann ja auch willkürlich und das unterstellt man ja dann automatisch stehen.
00:42:05: Auch eben ohne Berücksichtigung des Wohlergehens aller anderer.
00:42:11: Dann weiß ich ja auch dass wenn diese wenigen Leute das verändern würden vielleicht nicht die Klimakrise aufhalten Aber einen deutlichen Impact darauf haben, wie es sich weiterentwickelt.
00:42:23: Und ich glaube das löst dann in vielen Menschen die nicht zu dieser sehr kleinen aber nichts unterschätzenden Gruppe dazugehören dieses große Ungerechtigkeitsgefühl.
00:42:34: da gibt es Menschen, die theoretisch mit ihren Möglichkeiten alles machen könnten – alles!
00:42:40: Das macht ja auch eine totale Machtgefälle und auch eine gewisse Hilflosigkeit bei all den Leuten Möglichkeit nicht haben, die sich ja eine Abhängigkeit von diesen wenigen sehr reichen Menschen sehen.
00:42:54: Die eben dann in so einer Dikadenz irgendwo leben.
00:42:58: und wenn man dann weiß dass es das zukünftige Leben der Kinder maßgeblich beeinflussen wird, der Welt, dann kann man das glaube ich total nachvollziehen.
00:43:09: aber für deine Forschung ist natürlich nur relevant inwieweit haben sie wirklich diesen Impact da drauf?
00:43:18: losgelöst von dem gesamtgesellschaftlichen Konstrukt, stelle ich mir interessant vor weil du ja als Wissenschaftler in deiner Rolle keinerlei Emotionen mit in deine wissenschaftliche oder wenig Emotion in deine wissen schaftliche Arbeit mit einfließen lassen kannst.
00:43:36: Oder?
00:43:36: Also in deiler Themenwahl natürlich definitiv auch wahrscheinlich welche Thesen du vielleicht eher zur Rate ziehst, aber so grundsätzlich in der Gesamtaussage muss es ja irgendwo ein unparteiisches Momentum ergeben.
00:43:53: Na ja,
00:43:53: das sollte eine gute Begründung geben.
00:43:55: also es gibt zum Beispiel unterwegs taucht auch die These auf zu sagen könnte es sein dass dieser Konsum Obszön ist und wenn ja woran erkenne ich das?
00:44:05: Und das ist ja deutlich eine emotionale Bewertung Also auch eine emotionelle Bewertungen kann das Ergebnis sein.
00:44:12: Für mich war eigentlich der Haken über zwei Dinge.
00:44:16: Das eine ist, es gibt ganz viel Literatur dazu warum extremer Reichtum sehr problematisch ist moralisch für die Demokratie für alles mögliche.
00:44:27: daraus folgt aber nichts.
00:44:28: zwangsläufig finde ich das.
00:44:30: also es wäre sozusagen schick gewesen wenn daraus Folgt extrema reichtum muss weg denn dann wären mein Problem mit gelöst gewesen folgt Aber nicht so richtig daraus Denn jemand könnte theoretisch auch reich sein und super nett.
00:44:46: Das ist einfach keine zwangsläufige Folgerung, man empirisch also in der echten Welt kann es durchaus sinnvoll sein zu sagen wir verbieten bestimmte Dinge oder wir lenken sie durch Steuern oder so dass das eben nicht gibt weil man einfach sagt na ja in den meisten Fällen ist es eben ein Problem und deswegen untersagen wir das jetzt.
00:45:08: aber daraus lässt sich halt noch nicht eine moralische Forderung ableiten.
00:45:12: Und genau das Problem verfolgt mich dann hinten raus, dass man eben nicht sagen kann, jeder der superreich ist richtet auch Schaden an am Klima.
00:45:23: Muss nichts wahngläufig so sein!
00:45:24: Jemand kann auch superreich sein und Wälder aufforsten.
00:45:29: Also das bietet ja an, dass sich man total in Definitionen verstrickt.
00:45:33: Ich denke gerade drüber nach wie definiert man überhaupt superreich?
00:45:36: Dazu gehören Leute die es vererbt bekommen haben jahrelanger Familienreichtum.
00:45:42: Dann gibt es Leute, die aufgrund von Ausbeutung selbst zu massiven Reichtum gekommen sind.
00:45:48: und jetzt können wir wahrscheinlich den Katalog noch weiter spinnen.
00:45:50: Die Frage ist natürlich für deine Forschungsarbeit überhaupt relevant?
00:45:55: Ist überhaupt relevant menschlich gut oder böse zu definieren?
00:46:01: Weil das auch unheimlich individuell zu betrachten?
00:46:07: Woran bemisst du, wer aktiv etwas Klimaschädliches macht?
00:46:11: Weil das hatten wir hier vor ein paar Jahren großer Aufschrei.
00:46:16: An sich ist ja auch der Privatjet auf die Insel Sylt beispielsweise definitive Klimabelastung.
00:46:22: aber es gibt natürlich auch da nach oben und nach unten weitere... also wo ist die Grenze?
00:46:29: Definierst du, musst du das alles definieren für deine Ja?
00:46:32: So
00:46:33: gut ich kann.
00:46:33: Also super Reichtum und Ultrarreichtum oder führ' ich dann auch ein eigenes Worthing ein ist relativ einfach weil man schlicht sagt sozusagen die reichsten zehn Prozent, ein Prozent, null Komma Ein Prozent, Null Komma Null Eins usw.
00:46:47: Und dann gibt es eben Forschung darüber, dass statistisch mit den Reichsten Null Komma Null Null eins.
00:46:55: und jetzt wie viele Nullen das sind.
00:46:58: Da merkt man, meine Unwissenschaftlichkeit weiß ich nicht auswendig.
00:47:01: Aber sozusagen was konsumieren im Durchschnitt die Leute, die diesen extremen Reichtum haben?
00:47:06: Mir war auch nicht klar am Anfang... Ich habe immer gedacht wir reden über drei, vier, fünf, dreißig, vierzig Leute aber wir reden over vierzig, fünfzigtausend Leute weltweit.
00:47:15: also Wie leben die meisten von denen eigentlich?
00:47:19: und ich glaube Die Lösung Also meine Tendenz im Augenblick ist nicht zu sagen oder andersrum.
00:47:27: Je mehr ich mich mit Superreichtum beschäftigt habe, desto mehr gehe ich die Kritik am Superrerichtum mit.
00:47:34: Also ich bin viel reichenkritischer als noch vor ein, zwei Jahren und ich bin weniger bei diesem Argument dieser ganzen Lobbyistengruppen, die sagen ja aber das ist doch meistens oder häufig jedenfalls legal erworbenes Geld.
00:47:51: Das mag manchmal sein Und trotzdem ist es ein Problem für die Welt.
00:47:57: Diese beiden Dinge schließen sich nicht aus, aber ich glaube, dass mein Ergebnis am Schluss eher sein wird zu sagen, es gibt bestimmte Verhaltensweisen, die einfach so besonders klimaschädlich sind.
00:48:10: und da wende ich mich dann eben wieder ab von der Kritik im Reichtum.
00:48:17: Man kann sich die größte Yacht der Welt ja nur leisten, wenn man einer der reichsten Menschen der Welt ist.
00:48:22: Also das fällt schon zusammen.
00:48:25: Aber mein Problem für meinen Thema ist nicht dein Reichtum.
00:48:29: Mein Problem ist Yacht.
00:48:30: Dein Konsum?
00:48:31: So,
00:48:31: dein Konsum will mir jetzt bestimmte Konsumformen... Und da ist man dann bei es wäre total gut, die reichen weltweit leicht zu besteuern.
00:48:40: also es müssten natürlich bestimmte konsumform weltweit verboten werden.
00:48:44: Wird das gelingen, weil ich da eine Arbeit drüber schreibe?
00:48:47: Sicher nicht.
00:48:49: Sehr frustrierend!
00:48:50: Trotzdem ist es ja ein Diskussionsbeitrag.
00:48:52: dann also jedenfalls glaube ich im Augenblick dass das Ergebnis sein wird Es macht total Sinn quasi von oben nach unten die schädlichsten Konsumformen zuerst zu verbieten Also die extrem klimaschädlichen Reisen Die extrem klima- schädlichen Yachten Also vor allem die groß und größte Yachten diese absurde Wohnsitz-Situation, dass Leute halt fünf, sechs Willen haben die alle bemannt sind.
00:49:22: Die alle jederzeit bewohnt werden können, die alle in der ganze Zeit Energie fressen und dann reisen sie irgendwie von A nach B nach C Und dann grätscht einem natürlich immer jemand rein da sagt ja aber vielleicht haben die auch ein großes Glück dran und das weiß ja auch kein Mensch.
00:49:36: also wie glücklich Wenn sie dreißig Sekunden ins All fliegen oder wenn Sie die größte Yacht der Welt haben, oder so.
00:49:45: Schwierige Sache!
00:49:47: Aber ich finde es gibt viele gute Argumente dafür zu sagen Ja ja aber das ist jetzt einfach der größte Mist der dem Planeten passieren kann.
00:49:55: Das nehmen wir euch jetzt weg.
00:49:56: Das ist blöd für euch aber dann müsst ihr halt was anderes finden was euch glücklich macht.
00:50:00: und mein Vorschlag wird sein glaube ich dass man sozusagen von oben nach unten von Schädlich von schädlichst immer weiter runter arbeitet und dann eben Dinge einfach verbietet einfach in Anführungszeichen.
00:50:11: Zumal du hast ja vorhin einmal die Theorie des Humanismus erläutert und ich meine, das ist jetzt spekulativ welche Person wie mit was glücklich oder nicht glücklich ist.
00:50:21: aber auf der anderen Seite steht definitiv Unglück von einer deutlich größeren Zahl an Menschen für Einglück.
00:50:30: Ja, aber das ist immer dieses Trumpfargument.
00:50:33: wenn ich doch aber verdient habe also wenn ich jedenfalls legal das machen darf dann geht mich doch dein Unglück nichts an.
00:50:42: Eine der Sachen, die ich überhaupt nicht verstehe ist auch... Ich bin soweit, ich weiß der einzige Journalist in Deutschland, der als ich gleiche meine Emissionen aus privat und beruflich... Das ist natürlich nicht dasselbe wie sie einzusparen aber immerhin für einen verhältnismäßig geringen Betrag kann ich meine Emisionen auf Null setzen.
00:51:02: das ist das was vor ein paar Jahren Als klimaneutral bezeichnet wurde was es eben genau nicht ist.
00:51:08: so Was ich aber überhaupt nicht verstehe, ist warum macht es eigentlich nicht einer dieser Superreichen?
00:51:13: Wenn das Leute sind wo's wirklich auf ein zwei drei Millionen im Jahr nicht ankommt.
00:51:20: Warum gleichen die nicht... Also man kann das nicht unbegrenzt machen weil es ja nicht un begrenzt Ressourcen gibt.
00:51:25: Aber warum machen es nicht wenigstens die Leute die die schlimmsten Schäden anrichten?
00:51:29: Hast du das nach recherchiert?
00:51:31: also konntest du das herausfinden wer es macht und wer nicht?
00:51:35: Also keiner von den superreichen hat sich dazu je geäußert soweit ich weiß
00:51:39: Okay.
00:51:40: Und machen tut es natürlich erst recht, keine... Also vielleicht auch weil sie erhaben sind darüber?
00:51:46: Vielleicht würde es auch das Augenmerk richten auf etwas, auf das Sie gar keinen Augenwerk haben wollen?
00:51:52: Naja oft ist es ja so dass zumindest in der Unternehmensstruktur und ich hätte gedacht bei Superreichen wahrscheinlich auch, dass ja soziale Projekte hinhalten für steuerliche Türen.
00:52:05: Also das ist jetzt natürlich extrem plakativ formuliert.
00:52:09: Ich will es auf keinen Fall pauschal jetzt allen unterstellen, aber definitiv gibt es das eine oder andere Charity-Event hier und da oder die ein oder andere Stiftung und Förderung da wo Gelder hinfließen, die wusststeuerliche Vorteile auch mit einhergehen weshalb das überhaupt ins Leben gerufen wird.
00:52:29: Deshalb hätte ich gedacht, auch diese Leute haben mit Sicherheit ihre Schlupftüren und ihre Sozialprojekte die genau dafür in irgendeiner Form herhalten.
00:52:40: Aber das hat ja dann auch nichts mit etwas Intrinsischem aus ihnen heraus quasi zu tun dass sie sagen Ich möchte jetzt klimaneutral wenigstens sein oder meinen Beitrag dazu tun.
00:52:49: Ich möchte zwar so leben aber ich möchte zumindest für mich ein Bewusstsein schärfen Das muss damit nicht per se einhergehen zu sagen, wo kann ich denn jetzt noch steuerlich in irgendeiner Form einen Vorteil ziehen.
00:53:00: Aber eine philosophische Frage vielleicht auch nicht?
00:53:04: Jetzt kommt hier die Fachunkundige.
00:53:08: Ich weiß als die Diskussion zum bedingungslosen Grundeinkommen da waren Da ging es auch immer mal wieder in so Studietruppen darum Was passiert denn wenn alle Nicht mehr am Existenzlimit leben?
00:53:24: würde dann nicht trotzdem der eine Mensch dem anderen vielleicht das neiden oder würde man nicht trotzdem den Verlockungen da wieder stehen?
00:53:32: und kommt dann nicht automatisch eingefälle.
00:53:35: Und das Grundeinkommen?
00:53:36: muss ich das dann immer wieder anpassen, an die neuen sozusagen Konsumstandards?
00:53:41: und ist es in uns Menschen nicht einfach verankert sozusagen?
00:53:45: Jetzt wilde These provokativ gesagt dass wir alle superreiche werden wollen weil wir diesem Konsum unterliegen.
00:53:53: Ich glaube, das ist keine wilde Tee.
00:53:55: Menschen messen sich gern mit anderen Menschen.
00:53:59: So sind wir vertratet oder zumindest viele Menschen wollen gerne erfolgreich sein und wollen auch belohnt werden.
00:54:09: Daran kann man bestimmt viel Kritik üben.
00:54:11: Und ich bin da gar kein Experte in dem Thema dass ich bearbeite.
00:54:20: Die Wirtschaftswissenschaften haben das Problem gelöst.
00:54:23: Da gibt es ursprünglich den Konsumkorridor.
00:54:28: Wenn du zu wenig konsumierst, dann stirbst du und wenn du zu viel konsumiert, dann nimmst du anderen was weg.
00:54:36: Dann wurde daraus der Donut in der Mitte ist sozusagen zu wenig und außen.
00:54:43: die Außengrenze ist die planetare Belastungsgrenze.
00:54:46: also die Wirtschaftswissenschaften sagen ganz klar Der optimale Konsum liegt zwischen dem Minimum, das die Einzelpersonen braucht und dem Maximum, dass der Planet verkraftet kann.
00:54:58: Wir sind jetzt fertig!
00:55:00: Und das Problem ist ja nur die Verteilung.
00:55:02: Also wenn es ein Verteidungsschlüssel gäbe von dem man sagt Jetzt wird dieser Konsum... also nun gibt es ja Dinge, die konsumierst du aber, die sind klimaneutral oder die richten jedenfalls keinen Schaden oder kein Großen.
00:55:18: Das bezieht sich ja In meinem Fall nur auf Klimaschädigung.
00:55:22: Die Außengrenze ist, wie viel Klima-Schädigungen, wie viele Treibhausgase kann die Erde jedes Jahr
00:55:29: vertragen?
00:55:31: Wie verteilt man das jetzt gerecht auf alle Leute?
00:55:33: und wenn dann einer weniger haben will und eine will mehr haben, wie schafft man diesen Ausgleich?
00:55:38: Das ist ja dann die Oxfam-Tee sozusagen.
00:55:41: Die Reichen sind sozusagen diejenigen, die da ausscheren und das stimmt nicht.
00:55:45: Wir scheren mit dem Mittelstand schon aus.
00:55:47: also sozusagen die obere Konsumhälfte der Welt schert da aus aber die Reichen scheren ganz besonders aus und insofern finde ich es jetzt auch nicht verwegen zu sagen naja wenn du immer noch der reichste mensch der welt bist aber du hast jetzt nur noch die hälfte von dem was du hast oder du hast meinetwegen auch das ganze geld, aber du darfst bestimmte sachen nicht machen.
00:56:11: also wir sagen ja auch Du kannst der reiche mensche der welt sein trotzdem darfst du keine leute umbringen und es gibt bestimmte dinge wo sich auch die reichsten menschen der welt Nur sehr schwer raus kaufen können.
00:56:24: Also bei einem parkverbot zum beispiel kann man sofort sagen Die fünfzig dollar die sind für die quasi die parkgebühr okay Aber nach oben hin ist schwerer, dass verbrechen wird.
00:56:35: Irgendwo ist damit Schluss oder es wird jedenfalls sehr schwierig und diese Logik kann man ja auch hier anwenden zu sagen ich nehme ... also ich will niemandem die Gelegenheit nehmen sich mit anderen zu messen der erfolgreichste Dings zu werden oder die reichste das oder so.
00:56:52: Und trotzdem kannst du dir sozusagen als Belohnung bestimmte Sachen Die sind dann eben einfach nicht mehr weil die Welt das insgesamt beschlossen hat.
00:57:01: Das ist aber natürlich so eine Utopie, wie es wäre total gut, eine gütige Weltregierung zu haben und da bin ich sehr unzufrieden mit meinem Ergebnis, aber ich fürchte ... So ist es halt manchmal.
00:57:12: Ja, ich glaube in der Utopien kannst du mindestens einen Anreiz geben, so wie du gesagt hast, dass das eine Art Diskussionsergänzung.
00:57:20: Ich glaube den Konsum zu limitieren bedeutet ja auch oder den Konsum einzuschränken in den absoluten, also in den klimaschädlichsten Gütern bedeutet natürlich auch dass davon Systeme eingeschränkt werden und da wahrscheinlich wieder einige der Superreichen halt selber in irgendeiner Form mit dransetzen.
00:57:47: Und das ist ja wie so ein verzahntes... Also das können wir ja so ein bisschen runterbrechen.
00:57:52: jetzt kommt die Zuckersteuer Aber ganz lange kamen sie ja gar nicht, wo sich auch alle gefragt haben warum denn um Himmels Willen?
00:58:00: Es ist schier ungesund, pures Gift wissenschaftlich seit Jahren bewiesen.
00:58:04: Warum wird das noch überall beworben?
00:58:07: Warum wird es unseren Kindern so vorgegeben?
00:58:10: Warum können wir das nicht einfach in einer höheren Form limitieren sowie wie wir das beim Rauchen auch machen weil es de facto ein schädliches Konsumgut ist.
00:58:20: Warum geht es nicht und da hängt unheimlich viel dran Nicht nur die Leute, die mit dem Produkt selbst und mit dem Konsum Geld verdienen.
00:58:28: Sondern im Medialfall noch der Gesundheitsbereich, der dann sozusagen von den Neben-, also ich finde das ist immer so absurd wenn man sich mit dem Konstrukt Konsum und Superreichtum und dieser Co-Existenz beschäftigt wie vielschichtig die Problematik ist und ich glaube... Das ist das, was eben dann diese Ungerechtigkeit in Leuten auch manchmal wieder hervorbringt.
00:58:52: Wenn Sie sehen dass es auf den ersten Blick sehr utopisch wirkt dafür einen Weg zu finden das einzudämmen selbst wenn alle Argumente dafür sprechen würden.
00:59:04: also ich finde grundsätzlich total spannend zu sehen A. zu kategorisieren Welche Konsumgüter sind am klimaschädlichsten und was müsste wie passieren, um das einzuschränken?
00:59:16: Weil ich glaube, dass ist ja so'n bisschen das Totschlagargument auf der anderen Seite.
00:59:20: Konsumieren wollen wir ja möglichst lange noch auf unserem Planeten – und im Idealfall nicht in brütender Hitze!
00:59:29: Und das ist ja nur eins der unangenehmen Folgen die dann auf uns zukommen, sodass man da ja doch noch häufig Leute irgendwie von so gutem Ja, arbeiten überzeugen kann.
00:59:39: Wie du sie dann jetzt erstellst?
00:59:41: Bin ich gespannt!
00:59:42: Ja, ja danke.
00:59:44: Ich hoffe und gleichzeitig ist es eben so dass diejenigen, die genau die so agieren und auch diejenigen die die Gesetze machen am Ende über weite Strecken selbst wenn sie eigene Kinder.
00:59:56: also entweder haben Sie keine Kinder dann juckt das alles nicht weil das passiert dann später oder sie haben Kinder dann wissen sie aber auch diese Kinder werden diesen Problemen nicht ausgesetzt sein.
01:00:08: Also, da greift dann eben wirklich das Argument Reichtum entkoppelt Menschen auch einfach und entfremdet sie dem Leben.
01:00:18: Und ich komme aus dem Hamburger Speckgürtel Ich bin groß geworden mit also jetzt nicht den Kindern der superreichen aber mit also sehr sehr gehobenen Wohlstand um mich herum.
01:00:32: oft waren es wirklich wirklich reizende super nette Menschen.
01:00:38: Das ist für mich noch eine weitere Dimension, die diese Arbeit hat.
01:00:41: Es fällt mir nicht leicht zu sagen ich mache quasi so einen kollektiven Vorwurf gegen einer Gruppe bei der mir sehr bewusst es aus meiner biografischen Erfahrung dass sie aber gar nicht als Gruppe bewusst agiert und das die auch gar nicht solche unsympathen sind wie ich gerne denken würde.
01:01:03: Aber das eine kann ja das andere gar nicht ausschließen.
01:01:06: Also es ist sehr häufig so, dass Unwissenheit oder der Perspektivwechsel einfach entweder da ist oder nicht da ist für das jeweils andere Wort sozusagen und genau deshalb ja dann auch wichtig ist, dass es quasi arbeiten wie deine gibt um überhaupt ne gewisse Sensibilität zu schaffen für gewisse Themen.
01:01:25: also ich bin mir ziemlich sicher Wenn ich zum Beispiel in meinen Tennisverein gehe und die Leute sich da alle tierisch auf ihren Sylturlaub freuen, dass die wenigsten sich eventuell da irgendwie ein Bewusstsein für haben warum das eventuell problematisch ist oder warum dieses oder warum jenes.
01:01:44: wenn wir uns aber darüber unterhalten.
01:01:47: Und man einen Kontext schafft dann... Man lernt ja seltenst Menschen kennen die, wenn sie wissen was ihr Handeln für Konsequenzen haben.
01:01:55: Trotzdem sagen ja das ist mega fertig aus!
01:01:58: Also es gibt ja wenig Urböse und da könnte man wahrscheinlich auch philosophisch darüber diskutieren.
01:02:03: also glaubst du vierzig bis fünfzigtausend Superreiche machen das im vollem Bewusstsein allen anderen Menschen ihre Lebensperspektive zu nehmen?
01:02:14: Das glaube ich nämlich
01:02:15: nicht.
01:02:16: Du gehörst doch nicht zur finanziellen absoluten Weltelite ohne begriffen zu haben, dass wenn du so konsumierst, nur mal angenommen.
01:02:30: Dass diese Yacht die du da fährst einen massiven Beitrag zur Klimakrise leistet.
01:02:39: also das kommt so oft in den Nachrichten.
01:02:41: ich kann mir nicht vorstellen, dass das nicht bei diesen Menschen auch angekommen ist und dass sie nicht in Wahrheit.
01:02:49: Also es gibt bestimmt psychologische Mechanismen, mit denen man sich das schönreden kann und alles.
01:02:53: Aber ich bin überzeugt, dass die das wissen!
01:02:57: Ich fände es ganz schön düster mir vorzustellen, dass so ein hoher Anteil... also ein geringer Anteil und trotzdem sehr viele Menschen kollektiv so eingestellt sind.
01:03:07: Also ich finde keine andere Erklärung.
01:03:09: Ich kann mir nicht vorstellen, dass du dir eine Megajacht bauen lässt und noch nie davon gehört hast, dass Megajachten zu den größten Umweltprobleme gehören.
01:03:18: Ja, das ist wahrscheinlich die Frage für unsere nächste Folge.
01:03:22: Weil ich denke mir wenn ich jetzt mein Leben lang also als Kleinkind bis zu dem Moment wo ich mir meine Mega-Jacht bauen lasse nur in absolutem Reichtum und Wohlstand sozialisiert bin und es nicht kenne Dinge infrage zu stellen warum ich mir das nächste Luxusgut überhaupt denn kaufe sondern ich ist nur kenne dass ich es bekomme.
01:03:44: Dann fällt die Überlegung für mich, dahingehend mit dem auseinanderzusetzen was es aber in Frage stellen würde.
01:03:54: Also ich kann mir schon vorstellen dass Leute diesen Kontext für sich erst gar nicht erschließen.
01:04:00: und auch da wird es ja Leute geben die trotz der Möglichkeit maximaler Bildung diese nicht per sie für sich gewählt haben.
01:04:08: Trotzdem verstehe ich, worauf du hinaus willst.
01:04:10: Dass die Leute natürlich definitiv sämtliche Möglichkeiten aller Informationen dazu haben und selbst die Information nicht zu konsumieren zu diesem Thema ist ja eine Entscheidung
01:04:23: Ja!
01:04:24: Und ich glaube auch Es gibt ja Menschen, die... Also wenn du jetzt Diktatoren nimmst Die glaub' ich schon wissen dass es nicht gut ist Menschen zu erschießen zum Beispiel oder Wenn du religiöse Verfolgungen nimmst, ich wüsste jetzt keine Religion der Welt die sagt Menschen töten ist eine gute Sache und trotzdem wird es ja getan.
01:04:46: Aber das ist ja in ihrer ideologischen Überzeugung das kleinere Übel so in der Argumentationskette?
01:04:52: Ja genau aber vielleicht
01:04:52: gibt es eben auch so eine also sozusagen vielleicht gehörtes einfach dazu.
01:04:58: Es wäre sozusagen okay, wenn keiner drei Häuser hat oder wenn keiner so eine Yacht hat.
01:05:02: Aber wenn die anderen dann einen haben, warum soll ich den denn keine haben?
01:05:06: Das ist ja ehrlich gesagt auch ungerecht!
01:05:08: Wenn nicht ne Yacht haben darf...
01:05:10: Also ein bisschen das Argument mit der Mülltrennung hier im Mittelstand, wenn man sagt, warum sollte ich den Müll trennen, wenn andere Länder gar nichts für Nachhaltigkeit tun?
01:05:19: Genau,
01:05:19: genau nur eben umgedreht.
01:05:21: also warum soll Ich mir das denn nicht gönnen wenn alle andern sich das auch gönnt und tatsächlich Und da ist ja wieder ein bisschen was dran.
01:05:30: Wenn ich freiwillig auf meine Superjacht verzichte und die anderen haben aber alle welche, das hält die Klimakrise dann auch nicht auf.
01:05:38: Aber meine ganzen Millionärsfreunde denken, ich bin ein Weichei!
01:05:42: Aber da ist sehr viel Fantasie drin... Ich kenne da niemanden der diese Fragen mir beantworten würde.
01:05:48: Ich habe es aber auch nicht versucht.
01:05:50: Ich glaube, das sind so wahrscheinlich grundsätzliche auch Lebensfragen auf die es nicht diese eine Antwort gibt.
01:05:56: Deshalb kann man wahrscheinlich mit verschiedenen zumindest philosophischen Ansätzen versuchen nah dran zu kommen an einer Antwort.
01:06:04: aber es wird immer nur ein Antwortentwurf sein, auf dem man weiter grübeln kann oder zudem es eben weitere Antwortmöglichkeiten gibt.
01:06:14: Aber meine Tese sozusagen beeinflusst dann meinen Vorschlag.
01:06:19: Eine Möglichkeit wäre ja auch, zu sagen wir müssen nur erklären wie moralisch verwerflich das ist.
01:06:24: dann würden die das bestimmt von alleine lassen.
01:06:27: Dass ich aber kippe auf die Seite und das war für mich unerwartet dass sich kippen auf die seite von nehmen müsste es wirklich verbieten.
01:06:34: Hängt er damit zusammen wie ich diese Person einschätze?
01:06:38: Und insofern ist es also deine frage ist klug und sie ist wichtig und ich bin mir sehr bei der antwort sehr unsicher.
01:06:46: Ja also ich glaube dadurch Wir in einem kapitalistischen System leben und das sehr auf Konsumieren ausgelegt ist.
01:06:54: Und die Tendenz durch die Erschließung weiterer Ansicher-Konsum-Lockungen hingeht, also das klingt jetzt vielleicht kryptisch aber alles was jetzt digital erschlossen wird ist ja auch dafür da oder primär dafür da könnte man fast schon sagen um unseren unsere Konsumabhängigkeit nur noch mehr zu befördern und es auf eine Art und Weise wie sie uns bald gar nicht mehr wirklich auffällt, weil man so viel hinterfragen muss dafür das überhaupt in einen Kontext stellen zu können.
01:07:26: Dass es irgendwann spannend auf jeden Fall wird.
01:07:29: und dann ist natürlich die einzige Frage was kann dem Konsum- und den Konsumverlockung überhaupt noch entgegen stillen?
01:07:36: Weil wir es moralisch nicht mehr infrage stellen können uns dem nicht mehr entziehen können um das jetzt zugespitzt zu machen das Szenario Dann wären es natürlich nur mögliche Verbote, die hoffentlich davor ins Leben gerufen worden sind.
01:07:51: Aber das kann natürlich schon eine Möglichkeit sein und es einfach einzugrenzen.
01:07:56: Gerade wenn man sagt auf der anderen Seite steht ein Planet, der danach nicht mehr zu bewohnen ist in den Möglichkeiten.
01:08:03: also dann gibt's so ohnehin keine fünf Willen mehr.
01:08:08: Urich!
01:08:09: Spannend
01:08:10: Leider in Dauna, ich habe mir das Thema ehrlich gesagt nicht so deprimierend vorgestellt.
01:08:15: Ich glaube dass es häufig so wenn man... quasi an einem Thema nicht die Lösung hat.
01:08:20: Also wenn ich jetzt in meine Promotion gehe mit der Idee, ich entwickle einen crazy Sensor den ich mit dem Implantat verbinden kann und dann kann ich damit das und das direktieren.
01:08:31: aber nach fünf Jahre Forschung habe ich maximal herausgefunden dass der Sensor überhaupt mit dem implantat zusammen verbunden werden kann.
01:08:39: aber ob ich da mit irgendwas direktieren kann ist immer noch offen, ich glaube das fühlt sich wahrscheinlich immer ein Stück frustrierend an wenn man nach der Promotionszeit quasi nicht die Antwort auf dem Silbertablett hat.
01:08:52: Ich würde unterstellen bei deiner Fragestellung könnte es sein dass es die nie so gibt bei der anderen eventuell aber das finde ich wiederum das Schöne.
01:09:04: auch ihr schafft ja mit euren Promotionen einen Anschluss.
01:09:08: im Idealfall liest irgendjemand anders.
01:09:12: Also, die sind viele.
01:09:13: Aber irgendjemand liest eine Promotion und sagt es ist nicht so spannend.
01:09:16: darauf möchte ich weiterdenken oder ich habe eine Gegentease da drauf das was wir auch schon miteinander besprochen haben.
01:09:23: Es gibt eben nichts zu dieser einen Forschung Die eine Antwort sondern es gibt dann vielleicht deine antwort Oder deine tese und dann gibt es noch zehn gegentesen Und dann kommt ein großer Diskurs und dass ist ja an sich das Das wäre ein idealfalls Domino-Effekt.
01:09:39: Dann wird darüber gesprochen, in einer wissenschaftlichen Community werden sich Gedanken gemacht und dann kommen noch die Wissenschaftskommunikationen, die das in die Gesellschaft trägt dahin wo es hingehört und dann ist eigentlich die perfekte Brücke zu unserer nächsten Folge, wo wir uns über Wissenschaftskommunikation unterhalten werden.
01:09:56: aber kann ich nachvollziehen das Gefühl dass sich das quasi nicht nach einem befriedigenden Abschluss anfühlt.
01:10:06: Aber das meine ich ja zwischendurch scherzhaft, vielleicht eben auch weil du dazu dein Leben lang forschen kannst.
01:10:13: Und manche motiviert das andere nicht aber manche finden es großartig was das möglich ist.
01:10:20: Vielen vielen Dank Ulrich dass du heute da warst dass du dir die Zeit genommen hast für deine Einblicke für deine Gedanken und für das ich sag mal ein bisschen philosophieren mit mir vielleicht über deinen Promotionsthema.
01:10:36: Falls ihr da draußen sagt, euch würde auch gerne noch mal mit Ulrich sprechen oder ich habe vielleicht einfach so Fragen zu seiner Promotionsarbeit oder vielleicht auch zu seinem wirklich faszinierenden Lebenslauf dann meldet euch sehr gerne bei Ulrich.
01:10:50: Ihr findet die Kontaktdaten hier bei uns in den Show Notes.
01:10:53: Und falls ihr grundsätzlich Fragen habt rund um eure Promotion, vielleicht auch einfach im Bereich wie kann ich unterstützt werden in meiner Promotionszeit dann meldet euch sehr gerne beim Graduiertenzentrum.
01:11:06: Auch hier findet ihr die Kontaktdaten in den Show Notes und mir bleibt zu sagen dass wir uns in vierzehn Tagen schon wieder hören und mit Ulrich über Wissenschaftskommunikation sprechen was natürlich besonders spannend ist im Hinblick darauf dass du natürlich eine wirklich lange Zeit auch als Journalist schon tätig warst.
01:11:29: Da kommt dann natürlich gleich... Schon die erste Frage ist ein Journalist, denn direkt überhaupt eine Person die Wissenschaftskommunikation betreibt oder irgendwo nicht?
01:11:42: Wo fährt man da ne Grenze?
01:11:43: oder ist das eigentlich überhaupt nicht sinnvoll, eine Grenze zu fahren?
01:11:48: Seid auf jeden Fall gespannt und schaltet wieder ein!
01:11:52: Örig Vielen Dank und euch schöne nächste sonnige vierzehn Tage.
01:11:58: Und bis dahin, tschüss!
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