#46 Jannik Rank: Wissenschaft endet nicht mit dem Paper – sie beginnt im Austausch

Shownotes

Wissenschaft findet nicht im luftleeren Raum statt. Sie wird öffentlich finanziert, gesellschaftlich diskutiert und politisch eingeordnet. Für Jannik Rank ist Wissenschaftskommunikation deshalb kein freiwilliges Zusatzprojekt neben der Promotion, sondern Teil wissenschaftlicher Verantwortung.

In dieser zweiten Folge sprechen wir mit ihm darüber, wie sich sein Engagement für Wissenschaftskommunikation entwickelt hat – von frühen Erfahrungen bei Jugend forscht bis zur aktiven Teilnahme an Formaten wie der Science Show, „Wissenschaft in der Holtenauer“ oder Rent a Scientist. Dabei wird deutlich, dass es ihm nicht primär um Bühnenpräsenz geht, sondern um Dialog: um Situationen, in denen Fragen erlaubt sind, Unsicherheiten sichtbar werden und Wissenschaft als Prozess erfahrbar wird.

Besonders wichtig ist ihm die Vermittlung wissenschaftlicher Methodik. Forschung produziert keine endgültigen Wahrheiten, sondern arbeitet mit Modellen, Wahrscheinlichkeiten und Fehlerbalken. Gerade in gesellschaftlichen Debatten – etwa rund um Klima oder Gesundheit – zeigt sich, wie erklärungsbedürftig diese Denkweise ist. Wissenschaftskommunikation bedeutet hier nicht nur, Ergebnisse zu „übersetzen“, sondern nachvollziehbar zu machen, wie Erkenntnis entsteht.

Gleichzeitig sprechen wir über strukturelle Rahmenbedingungen: Wie viel Raum haben Promovierende für Wissenschaftskommunikation? Braucht es institutionelle Verankerung statt individueller Initiative? Und welche Rolle spielen geschützte Experimentierräume wie das Zertifikatsprogramm des Graduiertenzentrums, in denen neue Formate ausprobiert werden können – ohne Leistungsdruck, aber mit professionellem Feedback?

Die Folge macht deutlich: Wissenschaftskommunikation ist keine Einbahnstraße. Sie schafft Transparenz, fördert Vertrauen und ermöglicht Austausch. Und sie verändert auch diejenigen, die kommunizieren – indem sie dazu auffordert, die eigene Forschung immer wieder neu zu durchdenken.

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